Auch heute noch gängig sind die sogenannten Face-to-Face-Umfragen. Hier gehen Interviewer von Haustür zu Haustür und bitten um Statements zu bestimmten Themen oder Produkten. Und Onlinebefragungen zu allen erdenklichen Themen werden immer wichtiger.

Der Beruf des Marktforschers ist kein klassischer Ausbildungsberuf, allerdings werden an einigen Universitäten und Hochschulen, etwa an der Hochschule Harz sowie der Hochschule Pforzheim, einschlägige Studiengänge angeboten.

"Die meisten Marktforscher sind aber Quereinsteiger mit geeigneten Qualifikationen, etwa durch BWL-Studium erworben, studierte Psychologen oder Personen aus dem Bereich Marketing", sagt Gothe.

Marktforscher sollten ein Gespür für Zahlen mitbringen und mit komplexen Statistiken umgehen können. Viel Geduld, eine gesunde Neugierde, allgemeines Interesse an Zahlen und Trends sind für die Arbeit außerdem wichtig. Warum passiert etwas? Wie häufig passiert etwas? Zudem sind eine schnelle Auffassungsgabe, Organisationstalent sowie mitunter auch Teamführungskompetenzen vonnöten.

Seit einigen Jahren zeichnet sich innerhalb der Marktforschungsbranche ein weiteres Betätigungsfeld ab. Immer mehr Marktforschungsinstitute bieten auch zusätzliche Beratung an.

"Es genügt heute nicht mehr, nur zu sagen, was als Ergebnis einer Befragung herausgekommen ist. Vielmehr wird oft erwartet, dass man erklärt, wie man es besser machen könnte", sagt Gothe. Wie geht man mit den Zahlen um? Welche Handlungsempfehlungen ergeben sich daraus?

Gute Chancen auf einen Job

Marktforscher sind in der Regel in Marktforschungsinstituten oder in den Marketingabteilungen großer Unternehmen angestellt. Waren die Jobchancen noch vor ein paar Jahren dank der Finanzkrise eher mäßig, so ist die Branche gerade wieder im Aufwind. "Insbesondere der Onlineresearch boomt. Mittlerweile haben sich viele Marktforschungsinstitute darauf spezialisiert. Wer sich also mit den neuen Medien auskennt, hat diesbezüglich gute Jobchancen", sagt Gothe.

Abgesehen von der mitunter stressigen Arbeit, insbesondere unmittelbar vor Abschluss einer Meinungsuntersuchung, kann Gothe nur Positives über seinen Beruf nennen. "Wir sind nah am tagesaktuellen Geschehen, immer nah am Puls der Zeit. Zudem werden wir mit jedem Forschungsauftrag immer wieder aufs Neue mit vielen interessanten Daten konfrontiert, nicht selten sind selbst alte Hasen im Beruf von den Ergebnissen überrascht. Das ist schon spannend."

  • Gehalt: Das Einstiegsgehalt liegt, abhängig vom Einsatzgebiet und der Qualifikation, bei etwa 34.000 Euro pro Jahr.
  • Arbeitszeit: Etwa 40 Stunden in der Woche
  • Ausbildung: Ein abgeschlossenes Studium der Marktforschung und Konsumentenpsychologie, alternativ ist der Einstieg in den Beruf auch mit einem abgeschlossenen BWL,- Psychologie,- Soziologie,- oder Politikstudium möglich.