Gesetzlich sind Heiligabend und Silvester keine Feiertage – auch wenn viele Arbeitnehmer das meinen. Daher bekommt nicht jeder automatisch an diesen Tagen frei. Die meisten Unternehmen ziehen ihren Beschäftigten, sofern sie frei nehmen, für beide Tage jeweils einen halben Urlaubstag ab. Andere ziehen sogar jeweils einen ganzen Arbeitstag ab. Und das ist in der Regel auch legal.

Allerdings ist es bei vielen Unternehmen Usus, dass die Mitarbeiter ohnehin frei bekommen. Ist das der Fall und wird diese Regelung dreimal hintereinander praktiziert, dann ergibt sich daraus eine sogenannte betriebliche Übung.

Nicht wenige Arbeitgeber machen dann einen Unterschied zwischen den Arbeitnehmern: Wer Urlaub nimmt, bekommt einen halben oder ganzen Tag abgezogen – wer eigentlich arbeitet, bekommt frei.

Hier noch mal: Ist das der Fall und wird diese Regelung dreimal hintereinander praktiziert, so ergibt sich daraus eine sogenannte betriebliche Übung. Und davon profitieren Arbeitnehmer beträchtlich: Denn dann haben die Beschäftigten einen rechtlichen Anspruch darauf, dass Heiligabend und Silvester immer freie Tage sind. Eine betriebliche Übung entfaltet im Arbeitsrecht den gleichen Rechtsanspruch wie der Arbeitsvertrag. Das heißt, die aus dieser Regelung entstehenden Rechte für den Mitarbeiter haben zwar nicht die rechtliche Qualität wie eine Betriebsvereinbarung, ein Tarifvertrag oder ein Gesetz – aber ein grundsätzlicher Anspruch tritt ein.

Man sollte daher darauf achten, was im Unternehmen üblich ist. Allerdings liegt keine betriebliche Übung vor, wenn die Regelung immer nur für das jeweilige Jahr gilt oder unter Vorbehalt einer jederzeitigen Änderung erfolgt. Gewöhnlich teilt der Chef oder die Personalabteilung dies per E-Mail, Hausmitteilung oder Aushang mit.