Der Pausenraum ist ein fensterloses Zimmer mit abgewetzten Stühlen ohne Tisch. Unter der 25 Jahre alten Tapete bildet sich Schimmel. Eine einzige Glühbirne wirft ein schummriges Licht in den Raum, und der Chef lagert hier neben privaten Gegenständen auch die Sommerreifen seiner zwei privaten Fahrzeuge. Kein Wunder, dass niemand der 20 Mitarbeiter in dem kleinen Betrieb sich hier freiwillig aufhalten möchte, um seine Pause zu verbringen. Kann das Team vom Chef verlangen, dass er den Pausenraum aufräumt, renoviert und auch noch ein paar neue Möbel besorgt?

Grundsätzlich muss es einen Pausenraum geben, wenn mindestens zehn Mitarbeiter im Betrieb gleichzeitig anwesend sind. Das heißt aber nicht, dass diese zehn Beschäftigten alle in Vollzeit auch im Betrieb arbeiten müssen. Es reicht schon, wenn in der Regel zehn Kollegen einen Teil der Arbeitszeit am Arbeitsort verbringen – egal, ob einige von ihnen auch viele Außendiensteinsätze haben oder Teilzeit arbeiten.

Doch auch wenn das Unternehmen kleiner ist, kann der Arbeitgeber verpflichtet sein, einen Pausenraum einzurichten. Dann nämlich, wenn die Mitarbeiter den Großteil der Arbeit in kalter, heißer, schmutziger, lauter oder nasser oder feuchter Umgebung verrichten müssen. Oder wenn sie sich zwischendurch nicht setzen können. Oder wenn der Arbeitsort aus sonstigen Gesundheits- und Sicherheitsgründen einen sicheren, warmen und trockenen Pausenraum notwendig macht. Heißt: Auch wer als Mitarbeiter in einem Kleinbetrieb etwa auf einer Baustelle, in einer Werkstatt oder einer Werkhalle tätig ist, kann vom Chef einen ordentlichen Pausenraum verlangen.

Der Pausenraum muss sicher und sauber sein

Allerdings: Wer in einem Büro arbeitet, das von sich aus schon die Möglichkeit bietet, eine Pause in sicherer, warmer und trockener Umgebung zu verbringen, dann muss der Chef nicht noch extra einen Ruheraum einrichten. Jedoch nur, wenn es ein Büro ist, in das nicht jederzeit Kunden hineinkommen. Schließlich haben die Beschäftigten das Recht, in ihrer Pause ungestört von Kundenanliegen zu sein. Und: Schwangere und stillende Mütter haben ein Anrecht darauf,  dass sie sich auch während der Arbeitszeit unter geeigneten Bedingungen hinlegen und ausruhen können. Ist das am Arbeitsort nicht möglich, muss für sie ein geeigneter Raum eingerichtet werden.

Aber müssen die Ruheräume auch ansprechend gestaltet sein? Paragraf 6 der Arbeitsstättenverordnung definiert die Anforderungen an einen Pausenraum, macht aber nur grundlegende Angaben. Demnach muss der Ruheraum schnell und einfach erreichbar sein – in der Rechtsprechung hat sich gezeigt, dass ein Weg von mehr als 100 Metern zu weit entfernt ist. Im Pausenraum darf außerdem nicht geraucht werden. Es muss Sitzgelegenheiten geben und möglich sein, hier auch eine Mahlzeit einnehmen zu können. Daher muss der Raum auch sauber sein, die grundlegende Hygiene muss hier eingehalten werden. Zudem muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass der Pausenraum gelüftet werden kann und dass es hier trocken und warm ist.

Im oben erwähnten Beispiel hätten die Beschäftigten also das Recht, vom Arbeitgeber eine Renovierung des Pausenraums zu verlangen. Aus Gesundheitsgründen müsste der Schimmel entfernt, für eine ordentliche Beleuchtung und regelmäßiges Lüften gesorgt werden. Der Chef müsste seine privaten Gegenstände aus dem Raum entfernen und ausreichend Stühle sowie einen Tisch anschaffen. Das würde sich auch deshalb lohnen, weil ansprechend gestaltete Pausenräume die Mitarbeiter auch motivieren können.