Arbeitnehmer glauben, mit einer Reduzierung der Arbeitszeit reduziere sich neben dem Gehalt auch der Urlaubsanspruch. Doch das muss nicht so sein, denn der Anspruch auf Erholung bezieht sich nicht auf die Arbeitsstunden, sondern die Arbeitstage. Wer an jedem Werktag einer Teilzeitarbeit nachgeht – also etwa nur vormittags bis zum frühen Nachmittag arbeitet – hat daher auch den gleichen Urlaubsanspruch wie ein Mitarbeiter, der in Vollzeit arbeitet.

Voraussetzung ist allerdings, dass die reduzierte Arbeitszeit regelmäßig auf fünf bzw. sechs Werktage verteilt ist – je nachdem, ob die Fünf-Tage- oder Sechs-Tage-Woche im Betrieb Anwendung findet.

Anders sieht es bei einer Verteilung der Arbeitszeit auf nur bestimmte Werktage aus: Wer als Teilzeitkraft regelmäßig nur an zwei oder drei Werktagen tätig ist – selbst wenn an diesen Tagen dann der volle Arbeitstag gearbeitet wird – verändert sich auch der Urlaubsanspruch. Dieser wird dann auf die Arbeitstage umgerechnet, und zwar wie folgt: Urlaubswochen x Arbeitstage des Teilzeitbeschäftigten = Urlaubsanspruch in Tagen.

Als Beispiel: Wenn man nur an drei statt fünf Tagen arbeitet und im Betrieb nur der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch (24 Werktage) besteht, dann haben die Teilzeitmitarbeiter mit einer Drei-Tage-Woche nur einen Urlaubsanspruch von zwölf Tagen.

Vorsicht, wenn die Arbeitstage flexibel verteilt sind

Faktisch jedoch haben die Teilzeitbeschäftigten ebenso lange frei wie die Vollzeitbeschäftigten – denn selbst wenn sie ihre zwölf Tage geltend machen, kommen sie mit den ohnehin freien Tagen ebenfalls auf einen Jahresurlaub von 24 Tagen. Vorausgesetzt, sie gehen in der freien Zeit nicht einer anderen Teilzeitbeschäftigung nach.

Und was machen Mitarbeiter, die mal eine ganze Woche halbtags und dann mal wieder nur drei Tage in einer Woche den ganzen Tag arbeiten? In diesem Fall kann für die Berechnung nicht eine Arbeitswoche herangezogen werden, sondern die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt. Das klingt kompliziert und ist es auch: Hierbei müssen die Jahresarbeitstage ermittelt und auf 52 Wochen bezogen werden. Die Rechenformel lautet: Gesetzliche oder tarifliche Urlaubsdauer, geteilt durch die Jahreswerktage, multipliziert mit der Anzahl der Tage, an denen der Mitarbeiter im Kalenderjahr tatsächlich verpflichtet wird.

Teilzeitmitarbeiter mit einer solch flexiblen Arbeitszeitgestaltung tun gut daran, sich ihre Arbeitstage korrekt zu notieren. Gut, wenn es im Unternehmen eine Arbeitszeitaufzeichnung gibt. Bei Vertrauensarbeitszeit ist Disziplin bei der Erfassung gefragt – und die sollte auch vom Arbeitgeber eingefordert werden.