Die Zeiten, in denen sie am Bühnenrand in einem Kasten versteckt im Notfall den Schauspielern über einen Texthänger hinweghalfen, sind lange vorbei. Heute sitzen Souffleure meist hochkonzentriert in der ersten Reihe, selten auch in der Kulisse, um jederzeit helfen zu können.

Die Anforderungen an Souffleure sind dabei hoch. Sie sollten nicht nur unterscheiden können, ob ein Darsteller eine Kunstpause macht oder einen Texthänger hat. Sie müssen auch so leise sprechen, dass das Publikum sie nicht wahrnimmt, aber dennoch laut genug, damit die Darsteller sie hören. Ihre Anwesenheit darf nicht stören, trotzdem müssen sie als Rettungsanker sichtbar sein.

Souffleure dürfen nicht eine Sekunde abschweifen, brauchen Empathie, Menschenkenntnis und Geduld. Und natürlich eine starke belastbare Stimme. Opernsouffleure müssen zudem Noten lesen können, bei fremdsprachigen Texten unterstützen und über Gesangserfahrungen verfügen. Und weil vor allem vor Premieren oft der Druck steigt, brauchen Souffleure auch eine dicke Haut. Denn nicht nur die Darsteller stehen in solchen Zeiten unter starkem Stress, auch kommt es häufig vor, dass die Regisseure gereizt reagieren, wenn noch nicht alles rund läuft. Dabei ruhig und verständnisvoll bleiben zu können, ist eine Herausforderung.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Einsamkeit, die dieser Beruf mit sich bringt. Zwar gehören Souffleure zum Team dazu und sind ein wichtiger Teil dessen, dennoch ist ihr Platz versteckt am Rand des Geschehens. Den Applaus bekommen andere.

Eine Ausbildung als Souffleur oder Souffleuse gibt es nicht, vielmehr sind es ehemalige Schauspieler oder Sänger, die in diesen Beruf quer einsteigen. 

Miese Verdienstaussichten

Die Verdienstmöglichkeiten sind mau, denn die Honorare sind meist niedrig und in der Regel gibt es auch nur befristete Arbeitsverträge. Oft sind die Jobs ohnehin nur freie Aufträge.

Und weil Theater- und Opernbetriebe nicht nur eine Welt für sich sind, sondern auch die Branche von je her finanziell gebeutelt ist, sollten Interessierte zunächst einmal schauen, ob diese Welt überhaupt zu ihnen passt. Denn Ländern und Kommunen fehlt es schon lange an finanziellen Mitteln, sodass öffentliche Zuschüsse immer stärker gekürzt werden und Monatslöhne über 2.400 Euro brutto im Kulturbetrieb schon einen Spitzenverdienst darstellen.

Wer es dennoch versuchen möchte, hat gute Chancen. Denn trotz der finanziellen Lage an vielen Theatern haben Souffleure gute Berufschancen. Und auch wenn Männer in diesem Bereich tätig sind, ist es doch nach wie vor ein typischer Frauenberuf. Vielleicht liegt es daran, dass Souffleusen in der Hierarchie sehr weit unten angesiedelt sind. Das war bis zuletzt auch durch den Einsatzort der Souffleure sichtbar. In den meisten Theatern wurden die Souffleurkästen übrigens mittlerweile abgeschafft – aus ästhetischen Gründen. Viele Bühnenbilder störte der halboffene Kasten, da er in vielen Fällen nicht ins Bühnenbild zu integrieren war.

  • Gehalt: Die Verdienstmöglichkeiten variieren zwischen Theatern und Städten und sind Verhandlungssache. Durchschnittlich verdienen Souffleusen zwischen 1.800 und 2.400 Euro brutto im Monat.
  • Arbeitszeit: Souffleure arbeiten an sechs Tagen in der Woche. Tagsüber stehen Proben an und abends finden Vorstellungen statt. Dazu können auch Gastspiele im Ausland kommen.
  • Ausbildung: Einen klassischen Ausbildungsweg gibt es für Souffleure aber nicht. In der Regel sind es ehemalige Schauspieler oder Sänger, die in diesen Beruf quer einsteigen.