Surflehrer haben einen Traumjob: Sie sind den ganzen Tag bei herrlichem Sonnenschein am Strand. Haben immer gut gelaunte Urlauber um sich und ihr Hobby zum Beruf gemacht. So zumindest das Klischee. Doch die Realität sieht meist ganz anders aus, denn der Job ist knochenhart. Da werden aus dem herrlichen Sonnenschein schnell 35 Grad Mittagshitze ohne Schatten. Da stellen sich die Schüler als unbeholfen, unsportlich oder unfreundlich heraus. Und da dauert der Arbeitstag von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends.

Und weil der Anfänger eben noch nicht surfen kann, findet der Beruf am und nicht im Wasser statt. Und zwar so lange, bis Schüler mit der Ausrüstung vertraut sind, aufs Brett aufsteigen und steuern können. Erst wenn Handgriffe und Manöver auf dem Trockenen funktionieren, geht es ins Wasser. Aber im Wasser auf dem wackeligen Brett sieht die Sache noch einmal ganz anders aus.

Erst in Fortgeschrittenenkursen geht es zur Sache: Hier feilen Surflehrer mit ihren Schülern an der Perfektion und trainieren ausgefallenere Manövertechniken.

Dafür muss ein Surflehrer nicht nur die physische Konstitution mitbringen und über pädagogische Fähigkeiten verfügen, sondern auch kontaktfreudig sein. Ferner muss er für den Notfall Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen, wissen, wie man im Notfall jemanden bergen kann und dann auch navigieren.

Wer hauptsächlich an Urlaubsorten tätig sein möchte, muss zudem über Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Denn zum Job gehört auch, Schülern Wissen über Gezeiten, Wellenbrechung und -entstehung sowie Etikette auf dem Wasser zu vermitteln. Und weil mittlerweile viel mit Videoanalysen gearbeitet wird, muss auch dieses Equipment beherrscht werden. Ebenfalls zum Beruf gehört, einfache Schäden an der Ausrüstung selbst reparieren zu können. Fachwissen über Material und Zubehör ist daher unerlässlich.

Im Sommer in Europa, im Winter in Asien

Die Ausbildung erfolgt in Surfschulen. Wer international tätig sein möchte, braucht den sogenannten ISA-Schein. Regelmäßige Schulungen für Bergung und Erste-Hilfe gehören ebenfalls dazu.

In Frankreich gibt es die Möglichkeit, sich in nur zehn Tagen zum Surflehrer ausbilden zu lassen – Voraussetzung sind natürlich bereits vorhandene hervorragende Surfkenntnisse.

Jobs gibt es an Stränden in aller Welt. Viele verbringen die Sommermonate in Europa und ziehen im Herbst und Winter nach Nordafrika und Asien, wo gute Surfbedingungen das ganze Jahr über herrschen.

Vorteil solcher Jobs ist, dass man sich tolle Surfgebiete aussuchen und selbst viel Wellen reiten kann. Eine Schattenseite ist jedoch, dass das Leben in einem Surfcamp wenig Raum für Privatsphäre lässt, der Körper mit der Sonne und dem Salzwasser zu kämpfen hat und Gäste frustriert reagieren, wenn Fortschritte ausbleiben oder die Wetterbedingungen nicht mitspielen. Für viele ist die Tätigkeit daher oft nur ein Sommerjob.

  • Gehalt: Surflehrer sind in der Regel selbstständig tätig. Wer in einem Surfcamp angestellt ist, hat Kost und Logis frei und verdient in der Regel durchschnittlich zwischen 800 bis  3.000 Euro brutto im Monat – je nach Region und Kenntnissen.
  •  Arbeitszeit: Meist sind Surflehrer rund um die Uhr tätig. Denn neben den täglichen Kursen kommen meist noch Organisation, Bretterpflege, Videoauswertungen sowie Gästebespaßung dazu.
  • Ausbildung: SLSA Lifeguard und ISA Surflehrer Level 1 sind die Lizenzen, die man braucht, um weltweit als Surflehrer zu arbeiten. Die Ausbildung ist an diversen Schulen möglich. Informationen bietet zum Beispiel der Deutsche Wellenreit Verband.