Wer zu Hause arbeitet und sich währenddessen auf dem Weg beispielsweise zur Toilette oder zum Essen und Trinken verletzt, kann dafür keinen Arbeitsunfall geltend machen. Das entschied das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. In der Begründung hieß es, der Arbeitnehmer und nicht der Arbeitgeber müsse das Risiko tragen, das sich aus der privaten Wohnungseinrichtung ergebe.

Mit der Entscheidung wies das Gericht die Klage einer Mitarbeiterin des Landesbetriebs Mobilität in Rheinland-Pfalz ab. Die Mitarbeiterin arbeitet im Homeoffice. Als sie im September 2012 vom Arbeitszimmer im Dachgeschoss in die Küche im Stock darunter gelaufen war, um sich Wasser zu holen, hatte sie sich den Fuß gebrochen. Wegen einer Asthmaerkrankung ist die Mitarbeiterin gezwungen, viel zu trinken. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz erkannte die Verletzung allerdings nicht als Arbeitsunfall an. Das BSG bekräftigte nun diese Entscheidung.

Das BSG wies auf Unterschiede zwischen dem Homeoffice und dem betrieblichen Arbeitsplatz hin. In letzterem sei die Nahrungsaufnahme in betriebliche Abläufe eingebunden. Die Arbeitgeber seien auch für die Gestaltung und Sicherheit der Wege verantwortlich, die Berufsgenossenschaften könnten entsprechende Auflagen machen.

Für den heimischen Arbeitsplatz dagegen habe es jedenfalls im Fall der Klägerin keinerlei betriebliche Zwänge gegeben, etwa Vorgaben zu den Pausen. Zudem werde die Wohnung von der Arbeitnehmerin selbst gestaltet. Auch die Berufsgenossenschaft habe darauf keinerlei Einfluss und könne beispielsweise nicht anordnen, schwarz-gelbe Signalbänder an den Treppenabsätzen anzubringen.

Der erste Weg am Morgen zum Arbeitszimmer kann unter Umständen nach bisheriger Rechtsprechung allerdings unfallversichert sein. Ob daran festgehalten wird, ließ das BSG ausdrücklich offen.