Der Erfolg von Wohnblogs und -magazinen zeigt, wie sehr das Thema (schönes) Wohnen uns derzeit umtreibt. Kein Wunder also, dass sich auch viele Menschen überlegen, wie sie diese Leidenschaft mit ihrem Berufsleben verbinden können. Aber wie sieht eigentlich der Joballtag einer Innenarchitektin und Interior Designerin aus, welche Skills braucht es neben einer Portion Kreativität und auf was achten diese Experten, wenn sie in eine Wohnung kommen?

All das haben wir Alexandra Möhlmann gefragt, sie ist studierte Innenarchitektin und Interior Designerin und arbeitet heute als Concepterin bei dem dänischen Möbelhaus BoConcept. Und nun wissen wir endlich auch, wie wir ganz einfach und ohne viel Geld unsere Wohnung umgestalten können.

Frage: Frau Möhlmann, Sie sind Innenarchitektin und Interior Designerin. Wie wird man das?

Möhlmann: Ich habe in Holland studiert, ein Jahr lang erst einmal International Business and Management. Das war nicht mein Wunschstudium, sondern eher eine sichere Bank. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das einfach gar nichts für mich ist – meine kreative Ader war schon immer da und ließ sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr wegreden. Dann habe ich den Studiengang gewechselt und mich für Innenarchitektur entschieden. Später habe ich noch während des Studiums in einem Architekturbüro in Holland gearbeitet und dann ein Praktikum hier in Berlin absolviert – woraus später der Job entstanden ist, durch den ich hierher gekommen bin. Das war ein ganz kleines Architekturbüro, bei dem ich dann freiberuflich gearbeitet habe und die Chance bekam, an ganz unterschiedlichen Sachen mitzuarbeiten. Das waren spannende Einblicke.

Frage: Heute arbeiten Sie als Concepterin für BoConcept – wie kann man sich Ihren Aufgabenbereich vorstellen?

Möhlmann: Ich entwerfe Konzepte für Räume oder auch ganze Wohnungen. Es geht darum, dass man bei Bedarf eben nicht einen Stuhl oder einen Tisch kauft und dann wieder geht, sondern eine Expertise dazu bekommt, sodass ich dann gemeinsam mit dem Kunden ausarbeite, wie die Gestaltung in einem größeren Kontext aussehen könnte.

Frage: Vom kleinen Architekturbüro zur großen Marke: Wie sind Sie dazu gekommen?

Möhlmann: Das hat sich eher zufällig durch eine Freundin ergeben, die bereits bei BoConcept gearbeitet hat und mich dann reingeholt hat, als es für mich in dem kleinen Architekturbüro nicht weiterging. Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass das für mich eine Möglichkeit sein könnte – aber zum Glück habe ich es gemacht, denn der Schritt hat sich für mich super positiv entwickelt. Ich mache etwas, das mir absolut Spaß macht, und ich lerne viele spannende Leute kennen.

Frage: Waren Sie auch froh, die Freiberuflichkeit mal hinter sich zu lassen? Denn die Unsicherheit schwingt da ja schon immer mit.

Möhlmann: Ja, auf jeden Fall. Direkt nach dem Studium nimmt man das ja erst mal gar nicht so wahr, was die finanzielle Unsicherheit auch für einen Druck auf einen ausübt. So richtig begriffen habe ich das auch erst in der Reflexion hinterher.

Frage: Das kennt wohl jeder Freiberufler. Gab es aber auch etwas, das Sie am freien Arbeiten besonders geschätzt haben?

Möhlmann: Ja, auf jeden Fall! Man geht ganz anders an Projekte ran, wenn man ganz alleine für das Ergebnis verantwortlich ist. Und natürlich ist man hinterher umso stolzer, wenn dann alles gelingt.

Frage: Wie sieht denn heute ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?

Möhlmann: Erst mal treffe ich meine Kollegen und wir besprechen uns dazu, was ansteht, was gestern so passiert ist, ob es News zur Kollektion gibt und schauen uns gemeinsam die Zahlen an. Dann kommen auch schon die ersten Kunden rein, mit denen ich dann die nächsten Stunden beschäftigt bin oder ich fahre zu Kunden nach Hause und mache eine Beratung vor Ort, entwerfe gemeinsam mit ihnen Skizzen und wir überlegen, welches Konzept zu ihnen und in die Räumlichkeiten passen würde. Aber egal wo ich bin, ob im Showroom oder bei den Kunden zu Hause, geht es bei mir eigentlich jeden Tag darum, Ideen zu entwickeln und das am besten ad hoc (lacht).