Nichts geht im Hochsommer über Eis aus eigener Herstellung. Zwischen Flensburg und München gibt es in den Eisdielen der Republik die leckersten Kreationen. Während in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren zumeist italienische Familien die Branche der Eismanufakturen dominierten und nicht nur die Rezepte, sondern auch das Handwerk von Generation zu Generation weitergaben, kann man den Beruf seit 2008 offiziell in Deutschland lernen: Seither gibt es die Ausbildung zur Fachkraft für Speiseeis. Und immer mehr junge Leute wollen das Handwerk lernen.

Weil der Beruf relativ neu ist, ist die Ausbildung noch nicht einheitlich. Im Süden der Republik können Eismacher spezielle Kurse absolvieren. Im Norden Deutschlands findet die Ausbildung teilweise mit Konditoren oder Köchen statt. Daher lernen Azubis während der drei Jahre Lehrzeit neben der Herstellung von Eis und dem Arrangement von Eisbechern häufig auch das Backen von Gebäck und Kuchen sowie das Kochen von kleineren Gerichten wie Suppen.

Aufgrund der großen Nachfrage im Sommer, arbeiten Fachkräfte für Speiseeis in der warmen Jahreszeit am meisten und haben in den kalten Monaten mehr Freizeit. Und obwohl diese Fachkräfte hauptsächlich in kleinen, familiengeführten Cafés und Eisdielen tätig sind, ist die Nachfrage nach ausgebildeten Fachkräften groß.

So gut wie alles geht in die Eismaschine

Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ganz im Gegenteil: Neben beliebten Eissorten wie Schokolade, Stracciatella oder Erdbeere überraschen Eismacher mittlerweile auch mit Sorten wie Birne-Gorgonzola, Bier oder Parmaschinken. Und weil sich auch die Eisbranche verändert, nehmen vegane und laktosefreie Eissorten immer stärker zu. Neben der Zusammensetzung der Zutaten, der richtigen Kühltemperatur und dem Geschmackssinn ist daher auch die Experimentierfreude wichtig.

Die Grundlage ist dabei immer gleich: Aus Milch, Sahne, Zucker, Früchten oder Nüssen werden anhand von Rezepturen Milchmischungen hergestellt. Nach dem Pasteurisieren dieser Mischung wird die Masse mit weiteren Zutaten in der Eismaschine so lange gerührt, bis sie die richtige Konsistenz hat.

Mitbringen sollten Fachkräfte für Speiseeis auch ausreichend Verantwortungsbewusstsein, denn sie müssen sich an diverse lebensmittelrechtliche Vorschriften halten. Und weil sie nicht nur in der Küche, sondern auch im Verkaufsraum tätig sind, sollten sie auch Spaß am Kontakt mit Menschen haben.

  • Ausbildung: Für die Ausbildung ist ein Hauptschulabschluss erforderlich. Die Ausbildung kann gegebenenfalls durch eine darauf aufbauenden Ausbildung (zum Beispiel Konditor, Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit dem Schwerpunkt Konditorei oder Fachkraft im Gastgewerbe) ergänzt werden.
  • Gehalt: In der Ausbildungszeit verdienen Fachkräfte für Speiseeis je nach Ausbildungsjahr monatlich zwischen 470 und 730 Euro. Nach der Ausbildung liegt ihr Gehalt bei durchschnittlich 1.800 Euro brutto monatlich. Wer mehr verdienen möchte, sollte sich selbstständig machen oder eine Weiterbildung zum Konditormeister oder Restaurantmeister anstreben.
  • Arbeitszeit: In Betrieben wie Eisdielen und Konditoreien richtet sich die Arbeitszeit in der Regel nach den betriebsüblichen Ladenöffnungszeiten. In der Sommersaison ist die Arbeit an Wochenenden und Feiertagen oft üblich.