Rouven Schäfer leitet die Personalabteilung der DocCheck AG. Das Unternehmen ist auf Dienstleistungen im Health-Care-Bereich spezialisiert.

"Wir haben 225 Mitarbeiter, davon arbeiten zehn Männer und 14 Frauen in einer Vier-Tage-Woche oder weniger. Sie erhalten dementsprechend ein Fünftel des Gehalts weniger. Die meisten Mitarbeiter, die diese Möglichkeit nutzen, sind Mütter und Väter. Wir haben aber auch Kollegen, die pendeln müssen und froh sind, das nur an vier Tagen machen zu müssen. Andere nutzen den freien Tag, um sich weiterzubilden und ein Studium zu machen – oder ganz für sich. Ein Mitarbeiter hat zum Beispiel eine Band für die er freitags Projekte macht.

Wenn die Teams gut aufgestellt sind, ist es kein Problem, wenn ein Kollege nicht jeden Tag da ist. Außerdem gibt es weniger Probleme, je größer die Teams sind. Aktuell praktizieren sogar einige Führungskräfte von uns das Vier-Tage-Modell. Das funktioniert nur, wenn die Teams gut zusammenarbeiten. Bei neuen Teams mit vielen jungen Mitarbeitern sollte die Führungskraft schon jeden Tag da sein.

Es besteht ein gesetzlicher Teilzeitanspruch. Die Möglichkeit, zu einer Vier-Tage-Woche zu wechseln, ist insofern sowieso da. In den letzten sechs Jahren hat die Nachfrage bei uns aber deutlich zugenommen. Immer mehr Männer fragen das Modell nach. Vielleicht haben sie sich das vorher nicht getraut. Wahrscheinlich würden noch mehr Mitarbeiter gerne zur Vier-Tage-Woche wechseln, aber sie müssen es sich halt leisten können. Auf ein Fünftel seines Gehalts zu verzichten ist ein Einschnitt.

Generell bevorzugen wir es, wenn die Mitarbeiter Vollzeit starten und dann später zu Teilzeit wechseln. So können wir sie besser einarbeiten. Manchmal schreiben wir aber auch Stellen direkt als Teilzeit aus, zum Beispiel in Bereichen, wo wir sehr volatiles Tagesgeschäft haben oder wir auf diesem Weg interessante Talente ansprechen wollen."