Die Digitalisierung verändert Unternehmen und Arbeitsplätze. Allerdings nicht alle, denn Postboten sind trotz dieser Entwicklung noch immer unabkömmlich. Ohne den Faktor Mensch läuft bei der Brief- und Paketzustellung nämlich nichts. Auch wenn neue Technologien dazukommen: Noch ist nicht davon auszugehen, dass der Job gänzlich von Maschinen abgewickelt werden kann. Die stressigste Jahreszeit beginnt jetzt kurz vor Weihnachten, wo sich das Brief- und Päckchenaufkommen mindestens verdoppelt.

Die Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (FKEP) – wie der Ausbildungsberuf seit 2005 heißt – ist allerdings nicht nur für das Zustellen von Sendungen zuständig. Die Arbeit beginnt bereits frühmorgens vor der Tour, denn zunächst müssen die Postboten ihre zu verteilenden Sendungen sortierten sowie ihre Zustellroute planen. Ferner gehört zu ihren Aufgaben, Briefkästen zu leeren sowie Zahlungen anzunehmen und zu dokumentieren.

Die duale Ausbildung zur FKEP dauert zwei Jahre, erfordert mindestens einen Hauptschulabschluss und beinhaltet auch wichtige Informationen zu Logistik, Postgeheimnis und Kundenumgang. Dafür braucht man einerseits eine geduldige und freundliche Art sowie Verantwortungsbewusstsein. Denn der Kontakt zu Kunden ist nicht unerheblich und der Beruf unterliegt den strengen rechtlichen Verpflichtung des Briefgeheimnisses.

Auch gute körperliche Fitness ist unerlässlich, die täglichen Strecken sind ziemlich beachtlich. Und das bei jedem Wetter.  Verlockend für viele ist, dass man als Postbote sein eigener Chef ist. Man ist allein unterwegs und kann sich die Arbeit so einteilen, wie man möchte.

Schattenseite des Berufes sind die Arbeitszeiten. Denn Schichtarbeit mit Früh- und Spätschichten gehören zum Beruf: In Briefzentren werden bis in die Nacht Briefe für die morgige Zustellung sortiert und verpackt. Im Zustellzentrum wird bereits ab sechs Uhr morgens die tägliche Route vorbereitet.

Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1.470 und 1.800 Euro brutto, was sich im Laufe der Zeit auf bis zu 2.200 Euro steigert. Wer mehr verdienen möchte, kann die Ausbildung zunächst um ein Jahr verlängern und sich zum Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen ausbilden lassen. Und danach noch einen staatlich geprüften Betriebswirt draufsatteln.

  • Gehalt: Während der zweijährigen Ausbildung erhalten Azubis 760 bzw. 840 Euro brutto monatlich. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung können sie mit rund 1.500 Euro rechnen.
  • Arbeitszeit: In der Regel haben Postboten eine 38-Stunden-Woche, zu der saisonal Überstunden kommen (z. B. Vorweihnachtszeit).
  • Ausbildung: Die staatlich anerkannte Ausbildung dauert zwei Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung. Nach einer Ausbildung zum FKEP sind sie für Brief- und Paketdienste, Kurier- und Expressdienste oder in Speditionen tätig.