Hier eine neue Wand, dort ein Durchbruch und was ist mit der viel zu hohen Decke? Kaum ist das Traumhaus oder die Traumwohnung gekauft, werden Wände eingerissen und neue Räume dort geschaffen, wo bisher keine waren.
Doch wie verändert man den Grundriss einer Immobilie kostengünstig und sicher zugleich? Müssen neue Wände immer aus massiven Steinen und mit jeder Menge Beton hochgezogen werden? Nicht unbedingt. Eine zeitsparende und kostengünstige Alternative ist die Neugestaltung der Raumaufteilung eines Hauses oder einer Wohnung mittels Trockenbauweise. Die Wände, bestehend aus Gipskartonplatten und Ständerwerk aus Metall oder Holz, sind leicht und dennoch belastbar und stellen auch hinsichtlich der Statik kein Problem dar.

Bei der Installation dieser Wände oder Decken kommen Trockenbaumonteure ins Spiel. Sie sind Spezialisten, wenn es um den Innenausbau geht. Sie erstellen die Planung für den Innenausbau, ziehen Trägerkonstruktionen für neue Wände ein, hängen Decken ab und füllen alles mit modernen Dämmmaterialien. Dabei müssen sie die Vorgaben hinsichtlich des Wärme-, Kälte-, Brand- sowie Schallschutzes berücksichtigen. Neben dem Neubau von Wänden und Decken führen Trockenbaumonteure auch Sanierungsarbeiten durch und dichten Wände und Decken gegen Feuchtigkeit ab.

Soll etwa eine neue Wand eingezogen werden, muss zunächst eine Trägerkonstruktion aus Holz oder Metall errichtet werden. Der Vorteil von Metallprofilen liegt im Gewicht, und darin, dass sie sich, im Gegensatz zu von Heimwerkern gerne verwendeten Kanthölzern als Trägerprofil, nicht verziehen können.

Ist die Trägerkonstruktion fest mit Boden und Decke verankert, geht es an die Grundverkleidung der Wand. Hier werden Platten aus Gipskarton verwendet. Die Gipskartonplatten werden, je nach Anspruch und späterer Raumnutzung, auf beiden Seiten des Trägerprofils einlagig angebracht. Für einen besseren Schallschutz und erhöhte Stabilität der Wand sind doppellagig angebrachte Gipskartonplatten sinnvoll. Zugunsten einer optimalen Wärmedämmung und eines verbesserten Schallschutzes empfiehlt es sich, Dämmmaterialien wie etwa Mineralwolle in die Wand einzubringen. Für besondere Raumbedingungen, etwa in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder mit erhöhten Brandschutzanforderungen, stehen besonders imprägnierte Gipskartonplatten oder Feuerschutzplatten zur Auswahl.

Für den Job braucht man gute Mathekenntnisse, denn häufig muss berechnet werden, wie viel Baumaterial nötig ist. Wichtig sind auch ein Auge für Proportionen und Maße, gute Vorstellungskraft, Präzision und Kreativität. Last, but not least sind natürlich auch gute handwerkliche Kenntnisse und Fähigkeiten, sowie manuelles Geschick existenziell, will man als Trockenbaumonteur arbeiten.

Die Ausbildung ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Als Einstellungsvoraussetzung sollte man mindestens einen guten Hauptschulabschluss vorweisen können. Die Azubis lernen alle wichtigen Arbeitsschritte in Praxis und Theorie: Welche Materialien gibt es? Welche Materialien und Baustoffe kommen wann zur Anwendung? Welche Decken- und Wandsysteme gibt es und wie werden sie installiert? Welche Dämmstoffe werden wann verwendet? Was ist bei der Handhabung der Maschinen zu beachten?

Super Jobchancen, miese Bezahlung

Die Ausbildung wird mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abgeschlossen. Mit einigen Jahren im Beruf ist eine Weiterbildung zum Industriemeister – Akustik und Trockenbau – möglich.

Und was ist mit den Schattenseiten des Berufs? Wie in jedem anderen Handwerk auch ist die Arbeit auf der Baustelle körperlich anspruchsvoll und anstrengend – vor allem dann, wenn Baumaterial transportiert werden muss. Zudem birgt die Arbeit mit teilweise scharfkantigen Metallteilen ein gewisses Verletzungsrisiko. Allerdings ist das Gehalt trotz der körperlichen Anforderungen mit 2.100 Euro Monatsbrutto im Schnitt nicht gerade hoch. Kein Wunder, dass viele noch eine Weiterbildung draufsatteln.

Abgesehen von diesen negativen Seiten hat der Beruf des Trockenbaumonteurs aber auch eine Vielzahl positiver Aspekte zu bieten: So sind etwa die Aussichten für Trockenbaumonteure, ganz gleich ob für eine Ausbildung oder für ausgelernte Monteure, auf eine Anstellung bei einem Betrieb im Bau- und Ausbaugewerbe, sehr gut. Darüber hinaus beinhaltet die Arbeit, trotz aller bautechnischen Planungen, die berücksichtigt werden müssen, kreativen Spielraum. Keine Baustelle ist gleich, sodass sich Trockenbaumonteure immer wieder aufs Neue individuelle Umsetzungsstrategien überlegen müssen. Und aufgrund des sich stetig weiterentwickelnden Bauhandwerks sind Trockenbaumonteure immer wieder aufs Neue gefordert, sich mit neuen Materialien und Baumethoden auseinander zu setzen.

  • Gehalt: Während der Ausbildung liegt die Vergütung zwischen 570 (im ersten Lehrjahr) und 1.200 Euro (im dritten Lehrjahr). Das Einstiegsgehalt nach Beendigung der Ausbildung liegt zwischen 1.760 bis 2.100 Monatsbrutto.
  • Arbeitszeit: in der Regel etwa 40 Stunden in der Woche
  • Ausbildung: staatlich anerkannte, dreijährige Ausbildung