Hufeisen gefunden – Glück gehabt? Manch einer glaubt noch heute daran, doch Pferdebesitzer werden unruhig, wenn sie eines der U-förmigen Eisen im Stall oder auf der Weide finden. Schließlich bedeutet es doch, dass eines der Pferde ein Hufeisen verloren hat.

Aber wozu benötigen Pferde überhaupt Hufeisen? Wildpferde kommen schließlich auch ohne zurecht. Der Grund ist einfach: Bei Wildpferden, die in Graslandschaften und Steppen leben und unterwegs sind, stehen Hufwuchs und Abnutzung des Hufs im Gleichgewicht. Reitpferde hingegen nutzen ihre Hufe schneller ab, insbesondere, wenn sie auf asphaltierten oder steinigen Wegen unterwegs sind und dann auch noch Last auf dem Rücken tragen. Zum Schutz vor Abnutzung werden die Hufe von Reitpferden darum mit Hufeisen versehen.

Hier ist dann der Hufschmied gefragt, der für das Pferd neues "Schuhwerk" anfertigt. Etwa alle sechs bis acht Wochen bekommt ein Pferd vom Hufschmied – die offizielle Berufsbezeichnung lautet Hufbeschlagschmied – neue Eisen unter die Hufe genagelt. Den Beschlag regelmäßig zu tauschen ist wichtig, da die Hufe wachsen und die angebrachten Eisen irgendwann nicht mehr passen.

Als Erstes schaut sich der Hufschmied an, wie das Pferd läuft. Er erkennt anhand der Gliedmaßenführung des Tieres, ob es gleichmäßig läuft, ob es lahmt und eventuell Verletzungen vorliegen. Anschließend müssen die alten Eisen entfernt und die Hufe gereinigt und gepflegt werden. Ähnlich wie beim Menschen die Fuß- und Fingernägel bestehen die Hufe des Pferdes aus Horn und wachsen unregelmäßig. Sie müssen daher, bevor ein Hufeisen angenagelt wird, zugeschnitten werden. Erst dann kommen die neuen Eisen an die Hufe.

Jedes Hufeisen wird individuell dem Fuß des Pferdes angepasst und ist daher eine Maßarbeit. Dazu wird das Eisen erhitzt, bis es glüht und mit dem Hammer der Hufform angeglichen werden kann. Beim Aufdrücken ist das Eisen noch immer glühend heiß, dadurch verschmort überstehendes Horn des Hufs und das Eisen liegt glatt auf.

Neben dieser klassischen Methode besteht heute auch die Möglichkeit, den Beschlag kalt zu vernageln. Außerdem hat sich das Hufeisen an sich verändert. Zusätzlich zur klassischen U-Form gibt es heute unter anderem auch runde, herz- oder pilzförmige Hufeisen, und das nicht nur aus Stahl, sondern auch aus Kunststoff und Aluminium. Welche Variante auch immer angebracht wird: Es bereitet dem Tier keine Schmerzen – vorausgesetzt, das Pferd wird nicht "vernagelt", der Huf also nicht verletzt.