Die Zahl der ernährungsbedingten Krankheiten – Herzinfarkt, Schlaganfall und vor allem Diabetes – hat in den vergangenen Jahren in Deutschland zugenommen. Allein an Diabetes leiden einer Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2014 zufolge rund sieben Millionen Menschen; das entspricht sieben Prozent der Bevölkerung.

Wer die Stoffwechselkrankheit hat, muss seine Lebensweise umstellen. Statt Zucker und Fett stehen Gemüse auf dem Speiseplan, doch vielen fällt es schwer, lieb gewonnene Ernährungsgewohnheiten zu ändern. Diätassistenten und -assistentinnen helfen dabei. Sie erarbeiten persönliche Diät- und Ernährungspläne, oft auf der Basis von ärztlichen Verordnungen. Sie beraten über die Vor- und Nachteile bestimmter Lebensmittel und helfen bei der Zubereitung von Diätgerichten. Dabei müssen sie viele Faktoren berücksichtigen, etwa den täglichen Kalorienbedarf des Patienten, den maximal erlaubten Cholesterinanteil, die erlaubte Menge an Ballaststoffen. Sorgfalt muss sein, denn die ärztlichen Anweisungen sind penibel einzuhalten.

Nicht nur Diabetespatienten kommen zu den Diätkost-Spezialisten. Auch Menschen, die unter Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien leiden, oder die nach einem Herzinfarkt ihre Ernährung umstellen müssen, lassen sich von Diätassistenten beraten. Zunehmend nehmen auch Menschen, die sich bewusst und gesund ernähren möchten, ihre Dienste in Anspruch.

Ganz gleich, aus welchem Grund die Kunden kommen: Die Arbeit erfordert Einfühlungsvermögen, Fingerspitzengefühl und Sensibilität. Diätassistenten müssen in der Lage sein, auf die Sorgen ihrer Patienten einzugehen, und sie müssen diese immer wieder motivieren. Sie sollten gut erklären können und den richtigen Rat zur richtigen Zeit geben. Sorgfalt und Genauigkeit runden ihr optimales Profil ab.

Wer den Beruf ergreifen möchte, kann ihn innerhalb von drei Jahren an einer staatlichen oder privaten Berufsfachschule für Diätassistenten erlernen. Wer gute Noten in Chemie, Biologie und Mathematik hat, ist hier im Vorteil.

In den drei Ausbildungsjahren lernen die Azubis alles über den menschlichen Körper und die unterschiedlichen Krankheitsbilder, die eine Diät oder Ernährungsumstellung erforderlich machen. Krankenhausbetriebslehre, Ernährungswirtschaft, Hygienebestimmungen, Küchenlehre und Lebensmittelkunde stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Zum praxisorientierten Unterricht gehört die Zubereitung von fett-, natrium-, oder zuckerarmen Speisen.

Praktika sind fester Bestandteil der Ausbildung. Man kann sie im Krankenhaus absolvieren, in spezialisierten Arztpraxen oder bei Ernährungsberatern. Am Ende der Ausbildung stehen eine praktische, eine theoretische und eine mündliche Prüfung. Wer alle besteht, darf sich "staatlich anerkannter Diätassistent" nennen.

Zu den negativen Seiten des Berufs gehören Schichtdienst und Arbeit an Wochenenden – und die Konfrontation mit Krankheiten und den persönlichen Schicksalen anderer Menschen.

Dafür sind die Jobchancen sehr gut. Der Bedarf an Diätassistenten und Diätassistentinnen wächst stetig. Anstellungen finden sich in Arztpraxen, bei Ernährungsberatern, in Krankenhäusern oder in Unternehmen der Pharmaindustrie. Daneben können Diätassistenten sich selbstständig machen, um auf eigene Rechnung Privatkunden zu beraten. Auch eine Weiterbildung zur Diätberaterin oder ein Studium der Diätetik – im Anschluss an die Ausbildung oder begleitendes Studium – sind möglich.

  • Gehalt: Das Einstiegsgehalt, liegt, abhängig von der Region und vom Arbeitgeber, zwischen 1.600 und 2.500 Euro brutto.
  • Arbeitszeit: etwa 40 Stunden in der Woche
  • Ausbildung: dreijährige Ausbildung an einer privaten oder staatlichen Berufsfachschule. Ein ausbildungsbegleitendes Studium der Diätetik ist an einigen Berufsfachschulen möglich.