Von der vierspurigen Autobahn bis hin zur alten Kopfsteinpflasterstraße: Das Straßennetz in Deutschland umfasst mehr als 640.000 Kilometer. Ein Drittel davon sind Autobahnen, Bundes-, Landes und Kreisstraßen. Wege in Städten und Gemeinden machen die verbleibenden zwei Drittel aus.

Damit der Verkehr überall möglichst ungehindert rollt, halten Straßenwärter die Straßen instand. Im Herbst reinigen sie die Wege von Schmutz und Laub, im Winter streuen sie Salz und Sand. Sie säubern Verkehrsschilder und Leitpfosten am Straßenrand und schneiden Pflanzen kurz, die den Autofahrern sonst womöglich die Sicht rauben würden. Sie sichern Baustellen im rollenden Verkehr und legen vorübergehende Verkehrsführungen fest, füllen Schlaglöcher auf, holen gefährliche Gegenstände von der Fahrbahn oder beseitigen Ölspuren.

Um etwaige Schäden überhaupt zu entdecken, kontrollieren Straßenwärter den Asphalt, die Fahrbahnbegrenzungen, Straßenschilder und Brücken. Dabei sind sie für bestimmte Streckenabschnitte zuständig, etwa ein Autobahnstück von 50 Kilometer Länge, das sie in regelmäßigen Abständen abfahren und überprüfen. 

Nicht immer lassen sich ihre Einsätze genau planen. Mitunter ist Eile geboten: zum Beispiel, wenn Äste auf die Straße gefallen sind und mit schwerem Gerät entfernt werden müssen. Dabei gilt stets, den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Straßenwärter müssen viele handwerkliche Tätigkeiten beherrschen: Sie arbeiten mit Asphalt, mauern, pflastern, mähen Grasflächen, schneiden Büsche zu und fällen Bäume. Dafür nutzen sie unterschiedliche Werkzeuge. Sie müssen ihre Einsatzfahrzeuge umrüsten und warten können und den Bestand an Streusalz und Kaltasphalt überwachen.

Wer Straßenwärterin oder Straßenwärter werden möchte, sollte handwerkliches Geschick, technisches Verständnis, Teamfähigkeit und Sorgfalt besitzen und körperlich belastbar sein. Die duale und staatlich anerkannte Ausbildung zur Straßenwärterin oder zum Straßenwärter dauert drei Jahre. Ein guter Hauptschulabschluss ist als Voraussetzung empfehlenswert, aber nicht zwingend.