Die externen Jobsucher bieten befristete und unbefristete Einzel- oder Gruppenberatungen an. Unbefristete Beratungen enden, wenn der Kandidat eine neue Position gefunden oder seine Vorbereitungen für eine Existenzgründung abgeschlossen hat. 95 Prozent der Teilnehmer können auf diese Weise vermittelt werden, sagt der Vorsitzende des Fachverbandes Outplacementberatung im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU), Herwig Offner. Im Schnitt dauern die Einzeloutplacements rund sechs Monate. Wegen der gespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt nehme die Vermittlung nun zwei Monate länger in Anspruch, so Offner.

Wer privat ein Outplacement in Anspruch nehmen will, muss tief in die Tasche greifen. Die externe Beratung kostet bis zu 20 Prozent des Mitarbeiterjahresgehalts. "Für 5000 Euro bieten wir eine Beratung von vier bis sechs Monaten mit einem Beratungstermin pro Woche", berichtet OMC-Geschäftsführer Ortleb. Dazu gehörten eine Potenzialanalyse, Bewerbungstrainings, eine Bilanz beruflicher Möglichkeiten sowie ein Wegeplan für die berufliche Zukunft. In den meisten Fällen werde die Beratung von den Ex-Arbeitgebern finanziert. Die Arbeitsagentur bezuschusst die "Transfermaßnahme" mit bis zu 2500 Euro pro Person, wenn das frühere Unternehmen einen Betrag in selber Höhe leistet.

Der Arbeits- und Organisationspsychologe Hans-Uwe Hohner hält Outplacement für eine sinnvolle Methode, um aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen: "Sie vereint Elemente des Job-Coachings, das Personen fit für den Arbeitsmarkt machen will, mit der Personalvermittlung", sagt der Dozent der Freien Universität. Positiv sei zudem, dass professionelle Berater psychologisch geschult seien. Viele Menschen fühlten sich durch den Jobverlust nicht mehr vollwertig gegenüber dem Partner, sie hätten Angst davor, die Familie nicht ernähren oder das Haus abzahlen zu können.

Der Personaler Müller hat indes erste Angebote. Gemeinsam mit seinem Berater bespricht er die Verträge und bereitet sich auf neue Aufgaben vor. Er könne jedem nur raten, auf große Abfindung zu verzichten und lieber in die beruflichen Perspektiven zu investieren, sagt er.

*Namen von der Redaktion geändert

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel)