Arbeitslosigkeit ist für viele ein Schock. Der Verlust des Arbeitsplatzes stellt für viele eine existenzielle Bedrohung dar. Erst recht, wenn die Wirtschaftslage schlecht ist und die Jobs rar sind. Unmengen von Ratgebern geben Tipps, wie man einen neuen Arbeitsplatz findet und mit der Situation umgeht . Wie verkrafte ich den Verlust meiner Arbeit? Wo gibt es freie Stellen? Welche Methoden der Jobsuche sind sinnvoll und Erfolg versprechend? Wie komme ich nur über die Runden?

Antworten auf alle diese Fragen verspricht das Buch Jobs finden in harten Zeiten . Der Ratgeber wurde von dem amerikanischen Autor Richard Nelson Bolles geschrieben, besser bekannt als Dick Bolles. Er gilt in den USA als Karrierepapst. Genau genommen ist der Krisenratgeber der Nachfolger seines Bestsellers Durchstarten zum Traumjob , das sich weltweit verkaufte.

In Amerika, das nach der Finanzkrise unter hoher Arbeitslosigkeit leidet , ist die Nachfrage nach Jobratgebern derzeit hoch. Gerade rechtzeitig zur Krise kam Bolles neues Werk, das im Original The Job-Hunter's Survival Guide heißt, auf den Markt. Ein wenig antizyklisch wirkt hingegen die Veröffentlichung auf dem deutschen Markt zu diesem Zeitpunkt. Anspringende Konjunktur, German Jobwunder, zurückgehende Arbeitslosenzahlen und mittendrin das Krisenbuch, das von Nicole Hölsken für Deutschland liebevoll übersetzt und bearbeitet wurde.

Trotzdem lohnt sich ein Blick hinein. Wie schon im Vorgänger benutzt Bolles im neuen Ratgeber eine klare, einfache Sprache, die auch in der deutschen Übersetzung nicht verloren gegangen ist. Das Buch ist durchdrungen von eigenen Erfahrungen des Autors. Er will authentisch sein und auf Augenhöhe mit seinen Lesern kommunizieren. Eine Herausforderung hingegen dürfte die Adaption der Tipps für Deutschland gewesen sein. Hölsken ist aber eine sensible Anpassung gelungen, die nicht gezwungen wirkt. Ein Manko bleibt indes: An einigen Stellen merkt der Leser, dass die Ratschläge für amerikanische Verhältnisse geschrieben wurden und nicht auf Deutschland zu übertragen sind. Beispielsweise dann, wenn der Autor Essen in billigen Restaurants und Fast-Food-Läden mit Coupons empfiehlt, um über die Runden zu kommen.

Was hingegen überzeugt, ist der Aufbau des Buches: In neun Kapiteln gibt der Autor Anleitung, wie man mit Arbeitslosigkeit zurechtkommt und einen Weg hinaus finden kann. Über einen ermutigenden Einstieg, in dem Bolles in einer einfachen Rechnung aufzeigt, dass es allein aus mathematisch-logischen Gründen immer eine passende Stelle gibt, über mehrere Kapitel, die ganz praktische Lösungen für ganz existenzielle Fragen wie Auskommen mit weniger Geld aufzeigen, über Standards eines Bewerbungsratgebers bis zu einem Aktionsplan bei Arbeitslosigkeit – nie wird Bolles übermütig oder unrealistisch. Auch wenn nicht alle Hinweise und Empfehlungen für jeden Leser infrage kommen dürften, das Buch trifft den richtigen Ton, zeigt Alternativen auf und dürfte auf die drängendsten Fragen zufriedenstellende Antworten liefern. Manche davon mögen profan sein – nützlich sind Linklisten, Anleitungen zur Benutzung von Jobportalen oder eine Übersicht von Möglichkeiten zur Stellensuche auf jeden Fall.

Besonders leserfreundlich ist das übersichtliche Layout. Jedes Kapitel und Unterkapitel ist mit ganz konkreten, praktischen Fragen versehen und fasst am Ende die Essenzen zusammen.

Fazit: Jobs finden in harten Zeiten kommt zwar etwas verspätet auf den deutschen Markt, ist aber keineswegs überflüssig. Noch mehr Informationen und die Möglichkeit, direkt in Kontakt mit dem Autor zu treten, gibt es übrigens auf dessen Website:  www.jobhuntersbible.com .

Jobs finden in harten Zeiten von Richard Nelson Bolles ist im Campus-Verlag erschienen und kostet 9,90 Euro. ISBN: 978-3-593-39245-5