Jochen Kramer war Manager in der Automobilindustrie in Stuttgart. Aber seine Karriere geriet bei seinem alten Arbeitgeber ins Stocken. Kramer entschloss sich für eine berufliche Veränderung und wandte sich an den Personaldienstleister Robert Half International in München. Zehn Jahre Berufserfahrung konnte Kramer zu diesem Zeitpunkt vorweisen.

Im Anschreiben brachte er seine beruflichen Interessen und seine Flexibilität auf den Punkt, der Lebenslauf klang schlüssig. Das nötige Quäntchen Glück führte zum Erstgespräch mit Berater Darren Payne. Und der hatte schon eine passende Position im Hinterkopf. Nach nur fünf Wochen hielt der Kramer einen neuen Arbeitsvertrag in seiner Hand, als Manager in der Softwarebranche.

Auch so kann eine Initiativbewerbung aussehen. Zwar geht es nicht immer so schnell, wenn sich Fach- und Führungskräfte selbst nach einem attraktiveren Job umsehen. Aber Eigeninitiative sehen Headhunter durchaus gerne. Vorbei sind die Zeiten, in denen es ein Nachteil war und ein Geschmäckle hatte, sich selbst ins Gespräch zu bringen.

"Ich kann Initiativbewerbungen empfehlen", sagt Darren Payne, inzwischen Leiter der Niederlassung von Robert Half International in Wien. Gerade jetzt, wo sich wieder lukrative Jobs auftun und die Angst vor dem Jobwechsel weicht, ist die Zeit dafür richtig. "Das Karussell dreht sich wieder."

Allerdings nicht für jeden. Initiativbewerber müssen fachlich sehr gut sein und zum Geschäftsfeld des angesprochenen Personalberaters passen. "Erweist sich der Kandidat im Erstgespräch als geeignet", sagt der Spezialist für Fach- und Führungskräfte im Finanz- und Rechnungswesen, "ist die Quelle seiner Bewerbung eigentlich egal."

Die Professionalität der Bewerber im Umgang mit ihrer Initiative entscheidet also über ihren Erfolg. Da gibt es zwischen der Direktsuche und dem Umweg über den Personalberater keinen Unterschied.