Im Winter vor dem Kamin oder Kachelofen die Wärme genießen – immer mehr Häuslebauer entdecken wieder Heizkamine. Die steigende Nachfrage ist gut für Ofen- und Luftheizungsbauer, die übrigens auch Backöfen, Herde und Warmluftheizungen in Wohnungen und Häuser einbauen. In ihrem Job ist viel Kreativität gefragt, sagt Claudia Hackmann, gelernte Ofenbauerin und heute Lehrkraft an einer Berufsbildenden Schule für Ofen- und Luftheizungsbau. "Jeder Ofen ist ein Unikat." Schließlich ist auch jedes Haus und jede Wohnung etwas anders und der Ofen muss individuell angepasst werden. Mitunter kommen beim Bau auch besondere Materialien zum Einsatz, etwa Lehm oder Schamottsteine – das sind besonders feuerfeste Steine.

Auch wenn auf den ersten Blick Ähnlichkeiten bestehen: Mit dem Beruf des Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, der etwa eine Zentralheizung in ein Haus einbaut, hat der Job des Ofenbauers im Übrigen nichts zu tun. "In der Regel bauen Ofen- und Luftheizungsbauer sogenannte Einzelraumfeuerstätten, die lediglich einen Raum mit Wärme versorgen", sagt Hackmann. Ofenbauer hingegen bauen Öfen, die sowohl heizen als auch Möbelstück sind.

"Der Beruf hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Heute werden beispielsweise auch Öfen und Heizanlagen mit Solaranlagen kombiniert", erzählt Hackmann.

Am Anfang jeden Auftrags machen sich die Ofenbauer ein Bild von den Räumen. Kann an der gewünschten Stelle ein Kamin überhaupt gebaut werden? Steht der Plan und lässt er sich auch baurechtlich realisieren, bauen die Handwerker zunächst den Feuerraum und stellen den Heizeinsatz auf. Dabei werden in der Regel standardisierte Teile benutzt. Individuelle Wünsche berücksichtigen die Ofenbauer in der Regel bei der Blende. Hier sind der Fantasie oft keine Grenzen gesetzt.

"Wir arbeiten mit den unterschiedlichsten Materialien, besonders viel mit Natur- oder Sandstein sowie Schiefer oder Granit", sagt Hackmann. Nicht selten werden außen auch Kacheln angebracht oder der Ofen wird aufwendig verputzt. Wichtig bei jedem Ofenbau: Die Beachtung der Brandschutzvorgaben. "Das hat immer oberste Priorität", sagt Hackmann.

Der Beruf ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Die Theorie wird an einer der bundesweit fünf Schulen unterrichtet. Die Azubis lernen hier alles über Materialkunde, über Warmluftheizungen, Heizkamine, Grund- und Backöfen. Wie werden welche Anlagen aufgebaut? Worauf ist bei Aufbau und Installation zu achten? Und was beim Brandschutz?

Die Ausbildung wird nach drei Jahren mit einer mündlichen, praktischen und theoretischen Prüfung abgeschlossen.

Ein guter Hauptschulabschluss sollte für eine Ausbildung vorhanden sein. Außerdem sind handwerkliches Geschick wichtig sowie eine gute körperliche Konstitution, Grundkenntnisse der Mathematik, Organisationstalent und die Fähigkeit, im Team zu arbeiten.

Die Jobchancen stehen derzeit sehr gut. Ausgelernte Ofen- und Luftheizungsbauer werden bundesweit gesucht. Ähnlich gut sind die Chancen schon auf eine Lehrstelle. "Viele Betriebe suchen Auszubildende, aber finden niemanden", sagt Hackmann. Als Grund für den Mangel an Azubis nennt Hackmann den geringen Bekanntheitsgrad des Berufes. "Viele kennen den Beruf gar nicht."

Allerdings sei der Beruf körperlich anstrengend. Denn die Heizeinsätze können durchaus 150 kg und mehr wiegen. Außerdem sei die Bezahlung mit etwa 13,50 Euro pro Stunde nicht unbedingt üppig. Davon abgesehen bietet der Beruf für Hackmann allerdings auch eine Vielzahl positiver Facetten. "Man kann bei vielen Aufträgen seine eigenen Vorstellungen einbringen und dem Kunden vorschlagen. Letztlich ist jeder gebaute Kachel- oder Grundofen einzigartig. Das macht die Arbeit sehr interessant."

  • Gehalt: Zwischen 1.900 und 2.200 Euro/Brutto im Monat;
  • Arbeitszeit: Etwa 40 Stunden/Woche;
  • Ausbildung: Staatlich anerkannte, dreijährige Ausbildung