ZEIT ONLINE: Das Abgeordnetenhaus hat den Milliarden-Rettungsplan der US-Regierung abgelehnt. Jetzt weiß niemand, wie es weitergehen soll. An den Börsen herrscht Angst. Gibt es überhaupt noch einen Ausweg?

Gerhard Illing: Mit einer vernünftigen Politik, die die amerikanische Wirtschaft stabilisiert, könnte man auch die Märkte beruhigen. Wenn das gelänge, bestünden gute Chancen, die Krise zu überwinden. Das Problem ist, dass im Moment niemand weiß, ob es gelingen wird. Die Bush-Regierung hat diese Krise bislang noch schlechter gemanagt als den Irakkrieg.

ZEIT ONLINE: Präsident Bush, Notenbankpräsident Bernanke und Finanzminister Paulson haben vehement für das Paket geworben. Bush hat den Kongress gerade erneut aufgerufen, doch noch zuzustimmen. Was war ihr Fehler?

Illing: Sie hatten keine Pläne für den schlimmsten denkbaren Fall in der Schublade. In den USA gibt es viele Experten, mit denen die Regierung sich schon vor einem halben Jahr hätte zusammensetzen können, um eine Strategie zu entwickeln. Das hat sie nicht getan, deshalb war sie überhaupt nicht vorbereitet. Der ursprüngliche Vorschlag eines Hilfsplans von Finanzminister Paulson war indiskutabel. Völlig klar, dass er so nicht durchs Parlament geht.

ZEIT ONLINE: Und nachdem selbst die überarbeitete Version gescheitert ist, gibt es auch keinen Alternativplan.

Illing: So ist es. Und der Wahlkampf macht es noch schwerer, einen Ausweg zu finden.

ZEIT ONLINE: Die Krise ist vor allem eine Vertrauenskrise. Selbst das Rettungspaket hätte den Banken keinen absoluten Schutz vor weiteren Pleiten geboten. Was kann die Politik denn überhaupt noch tun?