Holger Weimar ist seit der Spielzeit 2005/06 Chefdramaturg am Bochumer Schauspielhaus. Zuvor war er am Münchner Residenztheater.

"Ein guter Spielplan ist ein Spielplan für die Stadt. Der Bochumer liebt sein Theater, deshalb muss ich als Dramaturg den Bochumer kennen. Ich weiß zum Beispiel, dass Shakespeare im Großen Haus beim Bochumer Publikum funktioniert, Tschechow aber nicht. Das ist einfach so. Am Beginn der Überlegungen für diesen Spielplan stand der Wunsch unseres Intendanten Elmar Goerden, den King Lear aufzuführen. In diesem Stück geht es um die Frage nach Identität in der Krise. Das Thema passte in unsere Zeit und so begannen wir Stücke zu suchen, die ähnliche Fragen aufwerfen. Wir haben sonderbare Funde aufgetan, zum Beispiel Alice im Wunderland von Lewis Carroll.

Wir kümmern uns natürlich auch um die Wünsche unseres Publikums. Es wünscht sich Musik-Produktionen, deshalb haben wir die Reihe A Tribute to... erfunden. Unser Ensemble sieht gern Filme von Qunetin Tarantino und mag deren Soundtracks, so kam es zu A Tribute to Quentin Tarantino. Wenn ein Stück aus der Mitte der Schauspieler kommt, wird der Funke zu den Zuschauern überspringen, da bin ich ganz sicher."