Die Stadt Hamburg hat sich mit dem niederländischen Investor Hanzevast weitgehend über den Rückkauf des von Künstlern besetzten Gängeviertels geeinigt. Es sei zwar noch nicht alles ausverhandelt, man sei sich jedoch einig, sagte der Fraktionschef der Grün-Alternativen Liste im Bezirk Mitte, Michael Osterburg, dem Hamburger Abendblatt. Dem Bericht zufolge soll Hamburg dem Investor eine Summe von gut zwei Millionen Euro geboten haben.

Am Mittwochabend demonstrierten in der Innenstadt rund 300 Menschen mit Laternen und Kerzen für eine gerechtere Stadtentwicklung. Zuvor hatten sich mehr als 150 Hamburger Architekten für den Erhalt des Gängeviertels in der Innenstadt stark gemacht. In einer Erklärung appellierten sie an die Politik, "das Gängeviertel für die Künstler unter Einbeziehung ihres Nutzungskonzepts dauerhaft zu sichern". Die letzten Reste der Erinnerung dürften nicht noch ausgelöscht werden, sagte der Denkmalschützer und Architekt Horst von Bassewitz.

Mehr als 200 Künstler besetzten seit Ende August leer stehende Häuser im Gängeviertel, um die denkmalwürdigen Gebäude zu retten und auf die Raumnot von Kulturschaffenden hinzuweisen. Daraus ist inzwischen eine breite Bewegung geworden, die unter dem Motto "Die Stadt gehört allen" für eine gerechtere Stadtentwicklung eintritt.

Ursprünglich wollte Hanzevast aus dem zentrumsnah gelegenen, historischen Wohnviertel ein Szene-Quartier mit Büros, Geschäften, Cafés und hochpreisigen Wohnungen machen.