Frage: Herr Schmidt, Regisseur der "Lustigen Witwe" an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf ist Christian Brey. Sie sind also sein Regieassistent?

Harald Schmidt: So könnte man das nennen.

Frage: Klingt wie ein ruhiger Job.

Schmidt: Ich habe vielleicht die Funktion, die Eliette von Karajan mal hatte. Ich komme kurz vorm Dunkelwerden noch mal rein und lächle allen zu. Die Funktion der Dirigentengattin ist ja leider aus der Mode gekommen. Außerdem halte ich launige Ansprachen an das Abonnement.

Frage: Und was haben Sie dabei gelernt?

Schmidt: Wie Christian Brey mit Sängern arbeitet. Und wie wichtig es ist, dass unten im Saal Ruhe herrscht, wenn oben konzentriert gearbeitet wird. Eine Brigade von Leuten schwirrt da rum und nach zwei Stunden werden plötzlich Kekse weitergereicht oder die Handynummer vom Klempner ausgetauscht. Das stört. Dieser Perspektivwechsel war wichtig für mich.

Frage: Kannten Sie die "Lustige Witwe"?

Schmidt: Ich kannte "Da geh ich zu Maxim" und "Ja, das Studium der Weiber ist schwer". Die beiden Stücke allein hätten mich schon überzeugt, das Stück zu machen.

Frage: Vor kurzem wurde Christian Pades "Fledermaus"-Inszenierung in Berlin verrissen. Von einer "Blamage" für die Staatsoper war die Rede. Macht Sie das nervös?

Schmidt: Es wundert mich, weil erstklassige Künstler dabei waren, Zubin Mehta, Christine Schäfer oder Michael Maertens als Frosch. Generell muss man mit Aktualisierungen sehr vorsichtig umgehen. Wenn man Sushi und Koks verwendet, muss es ein Volltreffer werden. Die Zeiten sind durch das Internet so schnell geworden. Sie machen eben noch Witze über den Verteidigungsminister, kommen in die Kantine und er ist zurückgetreten.

Frage: Halten sich die Regisseure für wichtiger als die Werke, die sie inszenieren?

Schmidt: Nein. Wenn ich als junger Regisseur auf mich aufmerksam machen will, brauche ich entweder einen großen Publikumserfolg, oder ich mache die "Walküre" so, wie sie angeblich noch nie gemacht worden ist. Das ist nicht einfach.

Frage: Sie wurden vor ein paar Jahren von "Theater heute" zum besten Nachwuchsschauspieler gewählt. Sind Sie interessiert am Titel "bester Nachwuchsregisseur"?