Kurt Kister wird neuer Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung (SZ) . Der 52-Jährige sei vom Herausgeberrat der SZ auf den Posten berufen worden, teilte der Süddeutsche Verlag mit. Kister folgt damit auf Hans Werner Kilz, der die Redaktion seit 14 Jahre leitet und Ende des Jahres ausscheiden wird. Kilz ist 66 Jahre alt und will in den Ruhestand gehen.

Kister hatte 1983 bei der SZ als Reporter und Kommentator angefangen und später in verschiedenen leitenden Positionen gearbeitet, unter anderem im Washingtoner SZ -Büro. 2005 wurde er Vize-Chefredakteur. "Wir freuen uns, mit Kurt Kister aus den eigenen Reihen einen der renommiertesten deutschen Journalisten für die Position des Chefredakteurs gewonnen zu haben", erklärte Johannes Friedmann, Chef des Herausgebergremiums.

Eine der ersten Aufgaben von Kister wird es sein, wieder Ruhe in die Redaktion zu bringen. Die renommierte Zeitung aus München hat schwer unter der Werbekrise gelitten und 2009 rote Zahlen geschrieben. Das Management der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH), die seit 2008 die Mehrheit am Süddeutschen Verlag hält, steuerte mit einem weitreichenden Stellenabbau gegen. Zuletzt wurde die Lokalredaktion komplett umgebaut.

Trotz der massiven Konkurrenz durch das Internet blieben die Auflagen der großen Qualitätszeitung weitgehend stabil. Die Auflage der SZ sank 2009 um zwei Prozent auf 438.100 Stück. Der große Konkurrent Frankfurter Allgemeine Zeitung kam auf eine tägliche Auflage von 369.200 Exemplaren ähnlich viel wie im Jahr zuvor.