Es sieht nicht gut aus für den Hamburger Kulturbetrieb. “Wir können nicht weiter über unsere Verhältnisse leben”, sagte der neue Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) am Ende der Kabinettssitzung. Drei Tage lang hatte sein Senat beraten und danach ein Sparpaket von insgesamt 510 Millionen Euro vorgelegt. “Konsolidierungsprogramm” wird es genannt, so klingt es mehr nach einer Sicherheitsmaßnahme für das Bestehende als nach radikalen Einschnitten

Für den Kulturstandort Hamburg, sofern er dann überhaupt noch einer ist, will der Senat eine Kulturtaxe einführen. Diese Steuer wird in Höhe von etwa fünf Prozent auf Übernachtungen in der Hamburger Hotellerie erhoben. Erwartet wird ein Erlös von zehn Millionen Euro pro Jahr.

Besonders betroffen vom neuen Sparkurs ist das Altonaer Museum. Das 1863 gegründete Haus soll bereits 2011 dicht gemacht werden. Rund 3,5 Millionen will der Senat so sparen. Auch die Zuwendungen für die öffentlichen Bücherhallen werden um 1 Million Euro reduziert, die Zuschüsse für die Privattheater nicht weiter erhöht und die teure Dauerbaustelle Elbphilharmonie in den kommenden Jahren mit je 200.000 Euro weniger bedacht.

Hauptthema in Hamburg aber ist das Deutsche Schauspielhaus. Dessen Intendant Friedrich Schirmer verkündete vergangene Woche seinen Rücktritt zum Monatsende – ein dramatischer Schritt, der die Öffentlichkeit überrascht und schockiert hat, weit über Hamburg hinaus. Schirmer hatte die Finanzpolitik des Senats als Grund für seine Demission angegeben. Dem Schauspielhaus werden nun für die Spielzeit 2011/12 die Subventionen um 1,2 Millionen Euro gekürzt.

Doch damit habe das Haus – das klingt wie eine Schlichtungsversuch zwischen Kleinkindern – immer noch eine Million Euro mehr als das Thalia-Theater. Dass eine Kürzung in dieser Höhe auf die Theater zukomme, habe man schon geahnt, sagte der Verwaltungsdirektor und nun Interimsintendant des Schauspielhauses, Jack Kurfess: “Allerdings sind wir davon ausgegangen, dass sich die Einsparungsmaßnahme auf alle drei ansässigen Häuser, Thalia-Theater, Oper und Schauspielhaus, verteilt."

Für 2011/2012 wird das Schauspielhaus nur mehr mit 18,55 Millionen Euro bezuschusst. Die Kürzung um 1,2 Millionen Euro für das Theater macht die Suche nach einem enthusiastischen, neuen Intendanten schwer. “Viel Erfolg dabei, Herr Stuth!”, wünscht Kurfess dem Hamburger Kultursenator und weist darauf hin, dass die Kürzungssumme mehr als 50 Prozent des künstlerischen Etats umfasst. Dies wird, sagt Kurfess, eine Spartenschließung zur Folge haben.