Die Schauspielerin und Hollywood-Legende Elizabeth Taylor ist tot. Sie starb am Mittwoch im Krankenhaus in Los Angeles. "Sie war von ihren Kindern Michael Wilding, Christopher Wilding, Liza Todd und Maria Burton umgeben", sagte ihre Sprecherin. Als Todesursache wurde Herzinsuffizienz angegeben. Die Schauspielerin wurde 79 Jahre alt.

Sie hatte zuletzt mehrere Wochen wegen eines Herzfehlers im Krankenhaus verbracht. 1997 wurde ihr ein Gehirntumor entfernt. In den vergangenen Jahren trat die im Rollstuhl sitzende Taylor selten öffentlich auf, einer der Anlässe war 2009 die Beerdigung ihres langjährigen Freunds Michael Jackson.

Sie galt als die letzte Diva des großen alten Hollywood. In ihrer mehr als 50-jährigen Karriere hat sie über 50 Filme gedreht. Schon als Elfjährige stand sie mit dem Hund Lassie vor der Kamera. Weltbekannt wurde sie 1956 an der Seite von James Dean in Giganten. Es folgten Kassenschlager wie die Tennessee-Williams-Verfilmungen Die Katze auf dem heißen Blechdach und Plötzlich im letzten Sommer. Zehn Jahre lang dauerten die Dreharbeiten zu Cleopatra, dem damals teuersten Hollywoodfilm. Elizabeth Taylor war die erste Schauspielerin, die sich eine Gage in Höhe von einer Million Dollar aushandeln konnte. Der Film wurde ein Flop.

Zweimal wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet, im Jahr 1960 für ihre Rolle in Telefon Butterfield 8 und 1966 für die weibliche Hauptrolle in Wer hat Angst vor Virginia Woolf?. Nach dem Aidstod ihres Kollegen Rock Hudson setzte sie sich als eine der ersten Schauspielerinnen für die Aidshilfe ein und erhielt 1993 einen Sonder-Oscar für ihr Engagement. Im Mai 2000 wurde sie zur Dame Commander des Britischen Empire erhoben. Sie war 1932 in London als Kind amerikanischer Eltern zur Welt gekommen und hatte die britische und amerikanische Staatsbürgerschaft.

So glänzend ihre Karriere verlief, so turbulent war ihr Leben. "Meine Leidenschaften bestimmen mein Leben", sagt sie über sich. Insgesamt war Taylor achtmal verheiratet, zweimal davon mit Richard Burton, ihrem Filmpartner aus Virginia Woolf und neun weiteren Filmen. Über Jahrzehnte hinweg galt sie als schönste Frau der Welt, nicht zuletzt wegen ihrer fliederfarbenen Augen. Mit Affären, Allüren, Alkohol- und Gewichtsproblemen sorgte sie allerdings immer wieder für Schlagzeilen. Ihren letzten Leinwandauftritt hatte sie 1994 in der Komödie Die Flintstones als Schwiegermutter Fred Feuersteins.

"Mir wurde alles geschenkt – gutes Aussehen, Ruhm, Reichtum, Ehre, Liebe. Ich musste nur um wenige Dinge wirklich kämpfen", sagte Elizabeth Taylor einst in einem Interview. "Meine Mutter war eine außergewöhnliche Frau, die ihr Leben voll ausgekostet hat – mit großer Leidenschaft, mit Humor und Liebe", sagte ihr Sohn Michael Wilding. "Ihr Vermächtnis wird niemals verblassen."

Viele Prominente drückten ihre Trauer aus. "Wir haben eine Hollywood-Gigantin verloren", sagte der Sänger Elton John. "Aber was noch wichtiger ist, wir haben einen wunderbaren Menschen verloren."

Der Sänger George Michael schwärmte laut BBC für die berühmten Augen Taylors. "Elizabeth Taylor war die letzte wahre Hollywoodgröße, eine unfassbar charmante Frau", sagte Michael. "Sie hat in den vergangenen 25 Jahren auch sehr viel getan, um der Welt beim Umgang mit der HIV-Epidemie zu helfen." Die US-Schauspielerin und Moderatorin Whoopi Goldberg lobte Taylors "derben" Sinn für Humor. Taylor sei "ein wichtiger Teil" ihres Lebens gewesen.

Der frühere CNN-Talkshow-Moderator Larry King, der Taylor mehrfach interviewte, schrieb auf Twitter: "Wenn sich Elizabeth einem Kampf widmete, dann tat sie es 100-prozentig. Sie war der erste große Star im Kampf gegen Aids und sie machte das zu ihrer Aufgabe."