Seine größten Erfolge feierte Curth Flatow in den Bühnen am Kurfürstendamm in Berlin. Aber auch auf anderen Bühnen im In- und Ausland sowie auf Tourneen wurden seine Stücke nachgespielt. Der Altmeister des Boulevards hat Generationen von Theaterbesuchern und Fernsehzuschauern unterhalten. Nun ist er im Alter von 91 Jahren gestorben, teilte seine Frau mit.

Flatow galt als einer der erfolgreichsten Autoren für das Boulevardtheater. Insgesamt schrieb er etwa 30 Bühnenstücke, ebenso viele Filmdrehbücher (Der Pauker), 50 Kabarettsendungen für den Hörfunk und etwa 300 Chansons und Lieder. Ein Klassiker des Autors ist das mit Horst Pillau geschriebene und 1960 uraufgeführte Volksstück Das Fenster zum Flur mit Rudolf Platte, in dem Inge Meysel als resolute Berliner Portiersfrau ihren späteren Ruf als "Mutter der Nation" begründete. Aber auch Heidi Kabel, Brigitte Mira und Edith Hancke brillierten in dem Berliner Volksstück, das mit mehr als 120 Inszenierungen zu den erfolgreichsten Bühnenwerken der deutschen Nachkriegsgeschichte gehört.

 
Andere Erfolge waren Stücke wie Vater einer Tochter und Der Mann, der sich nicht traut mit Georg Thomalla, dessen Name so wie der von Meysel eng mit Flatow verbunden ist. Für das Fernsehen schrieb Flatow so erfolgreiche Serien wie Ein Mann für alle Fälle mit Harald Juhnke oder Ich heirate eine Familie mit Peter Weck, die Einschaltquoten von bis zu 46 Prozent hatten.

Sein Kollege Horst Pillau würdigte Flatow als den großen alten Mann des unterhaltsamen Theaters, mit dem er gerne zusammengearbeitet und auch viel gelacht habe. Mit seinem Tod gehe eine Ära des unterhaltsamen Theaters zu Ende, die mit Namen wie Mira, Thomalla, Juhnke, Günter Pfitzmann und Wolfgang Spier verbunden sei. "Flatow war auch ein Teil meines Lebens. Wir haben uns immer sehr gut vertragen, weil wir nie Konkurrenten waren, denn er war ein reiner Boulevardautor und ich habe eher Zeitstücke geschrieben", sagte er.