Der Bürgerrechtler Joachim Gauck hat die 91. Salzburger Festspiele mit einer Rede über die Kraft der Kultur eröffnet. Zugleich sprach er sich dagegen aus, Freiheitsrechte als Reaktion auf Terroranschläge einzuschränken. "Wir dürfen uns von den Fanatikern und Mördern nicht unser Lebensprinzip diktieren lassen", sagte er in der Salzburger Felsenreitschule.

Joachim Gauck war kurzfristig als Redner eingeladen worden, um den ehemaligen UN-Sonderbeauftragten Jean Ziegler zu ersetzen. Die Organisatoren hatten Ziegler ausgeladen und dies damit damit begründet, dass er Kontakte zum libyschen Diktator Muammar al-Gadhafi gehabt haben soll.

Das bis Ende August dauernde Opern-, Schauspiel-, und Konzertfestival beginnt mit der Vorstellung des Traditionsstücks Jedermann auf dem Domplatz. Die Besetzung bleibt unverändert: Nicholas Ofczarek gibt den sterbenden reichen Mann und Birgit Minichmayr seine Buhlschaft.

Am Donnerstag empfängt der deutsche Regisseur Nicolas Stemann sein Publikum mit einem neunstündigen Theatermarathon aus Goethes Faust I und II. Drei Schauspieler sollen abwechselnd Faust, Gretchen und Mephisto spielen. Insgesamt sind 185 Aufführungen an 14 Spielorten geplant. Zu den Höhepunkten zählt die Opernpremiere von Die Frau ohne Schatten am kommenden Freitag. Regisseur Christof Loy verlegt das Werk von Richard Strauss in ein Tonstudio. Dirigent ist Christian Thielemann, der erstmals ein Opernorchester bei den Salzburger Festspielen leitet.

Weiterhin steht das exzentrische Stück Die Sache Makropulos des Komponisten Leoš Janácek unter der Regie von Christoph Marthaler auf dem Programm. Auch Mozarts Opern Le nozze di Figaro, Così fan tutte und Don Giovanni werden mit drei verschiedenen Orchestern zu sehen sein.

Neben Klassikern der Weltliteratur bietet das Schauspielprogramm außerdem zwei Uraufführungen: Roland Schimmelpfennig inszeniert seinen neuen Text Die vier Himmelsrichtungen im Landestheater, Dimiter Gotscheff zeigt Peter Handkes neues Stück Immer noch Sturm. Der diesjährige Intendant der Festspiele ist der Musiker Markus Hinterhäuser. Er löst seinen Vorgänger Jürgen Flimm ab, bis der Kulturmanager Alexander Pereira den Posten übernimmt.