Die Hamburger Elbphilharmonie wird den Steuerzahler nach Angaben von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) insgesamt 789 Millionen Euro kosten und damit zehnmal so viel wie ursprünglich veranschlagt.

Scholz gab die erneute Verteuerung bekannt, obwohl die Stadt Anfang März mit der Baufirma Hochtief einen Vertrag geschlossen hatte, nach dem der Konzern sämtliche Risiken übernimmt und das Konzerthaus bis 2016 zum Festpreis von 575 Millionen Euro zu Ende baut.

Allerdings fehlten in diesem Festpreis unter anderem die Finanzierungs- und Baukosten für den kommerziellen Teil und die Vorplanungskosten. Neben dem öffentlichen Bereich der Konzertsäle sollen dort ein Vier-Sterne-Hotel, Konferenz- und Wellnessbereich, Gastronomie sowie Wohnungen entstehen.

Scholz kritisiert Planungen

Die Elbphilharmonie kommt den Steuerzahler damit mehr als zehnmal so teuer wie ursprünglich geplant, als das Hamburger Prestigeprojekt noch mit rund 77 Millionen veranschlagt wurde. In den 789 Millionen Euro seien nun sämtliche Nebenkosten enthalten, sagte Scholz. "Nach bestem Wissen und Gewissen fehlt da nichts."

Zugleich kritisierte der Hamburger Bürgermeister die Planungen für das Projekt. "Was wir beim Bau der Elbphilharmonie erleben, hätte vermieden werden können", teilte Scholz bei Facebook mit. "Wenn man am Anfang den Mut und die Bereitschaft gehabt hätte, das Gebäude fertig zu planen und erst dann die Aufträge zu erteilen, wäre möglicherweise von Beginn an klar gewesen, dass man dieses anspruchsvolle Konzerthaus nicht für die damals vermittelten Summen errichten kann."

Den Grundstein für die Elbphilharmonie hatte die Stadt 2007 unter der damaligen CDU-Alleinregierung gelegt. Damals sollte der Bau noch 114 Millionen Euro kosten.