Die Zahl der Welterbe-Stätten wächst: Am Samstag schrieb das Welterbekomitee der Unesco Stätten in China , Japan , Qatar , Niger , den Fidschi-Inseln , Kanada und Portugal in die begehrte Liste. Kassel musste hingegen weiter auf eine Entscheidung über den Bergpark Wilhelmshöhe warten. Nach mehr als sieben Stunden teils heftiger Debatten über andere Natur- und Kulturstätten vertagte sich das Komitee bei seiner Sitzung in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh am Abend auf Sonntag.

Die hessische Stadt möchte den Herkules und die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe als Weltkulturerbe eintragen lassen. Der Denkmalpflegebeirat Icomos hat die Annahme des Antrags bereits empfohlen. Die Experten würdigten die Anlage mit den Wasserspielen als hervorragendes Beispiel aus der Ära des europäischen Absolutismus. Es wäre die 38. Welterbestätte in Deutschland.

Grünes Licht gab das Komitee bereits für den 3.776 Meter hohen japanischen Vulkan Fuji , er gilt damit als Weltnaturerbe. Der Denkmalpflegebeirat stellte die Bedeutung des Berges als heilige Stätte heraus und würdigte ihn als Inspirationsquelle für Künstler. 

Auch die Reisterrassen in der chinesischen Provinz Yunnan fanden Einzug in die Welterbeliste. Katar erhielt seine erste Welterbestätte mit dem Fort al Zubarah, die Fidschi-Inseln mit der Altstadt von Levuka. In Kanada gehört nun eine alte Walfängerstation in Rad Bay zum Welterbe, Niger bekommt das Gütesiegel für die Altstadt von Agadez aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Für das Land war es der dritte Eintrag.

Besonderen Grund zum Feiern gab es in Portugal: Der Icomos war aus Sorge über möglicherweise störende Bauvorhaben von dem Antrag zur Aufnahme der Universität von Coimbra nicht überzeugt und empfahl eine Rückstellung. Die 21 Komitee-Mitglieder wiesen das jedoch zurück. Sie beschlossen, die erste portugiesische Universität, die ihren Ursprung im 13. Jahrhundert hat, in die Liste aufzunehmen.