Der Kunstsammler Cornelius Gurlitt bekommt von der Staatsanwaltschaft Augsburg 310 Werke aus dem bei ihm beschlagnahmten Fundus zurück. Insgesamt umfasst der Kunstfund mehr als 1.200 Bilder, darunter ist wohl auch NS-Raubkunst. Der Zentralrat der Juden ist verstimmt über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft. "Nachdem die ganze Sache über 18 Monate hinweg fast konspirativ behandelt wurde, ist nun der Schnellschuss einer pauschalen Rückgabe sicher auch der falsche Weg", sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann der Süddeutschen Zeitung

Bei Fällen von möglicher Raubkunst seien Sensibilität und Verantwortung gefragt. Es gehe "nicht nur um den Rechtsanspruch auf Restitution", sagte Graumann. Die Sache habe auch eine "moralische und historische Dimension". Es liege nun in der Verantwortung der Politik, "den Opfern von damals zur Würde von heute zu verhelfen", sagte Graumann.

Ähnlich hatte sich der Jüdische Weltkongress geäußert und eine Änderung der Verjährungsfristen gefordert, um die Rückgabe von NS-Raubkunst zu erleichtern.

Gurlitt hatte dem Spiegel gesagt, er werde freiwillig keines der Bilder zurückgeben. Die Kunstwerke stammen aus dem Erbe seines Vaters, der einer von vier Kunsthändlern war, die vom NS-Regime beauftragt waren, sogenannte "Entartete Kunst" zu "verwerten".