Die US-Ausgabe des Guardian und die Washington Post erhalten für ihre journalistische Arbeit in der NSA-Affäre den Pulitzerpreis in der Hauptkategorie Dienst an der Öffentlichkeit. Das hat die New Yorker Columbia Universität, welche die Auszeichung vergibt, bekanntgegeben.

In der Begründung heißt es, die Zeitungen hätten durch ihre Berichterstattung einen herausragenden Beitrag geleistet, die Öffentlichkeit über die massenhaften Abhörtechniken des US-Geheimdienstes NSA aufzuklären. Beide Zeitungen hatten Dokumente des früheren Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden veröffentlicht.

Der Guardian, der auch eine Onlineausgabe für die USA betreibt, habe mit seiner "aggressiven Berichterstattung" eine "Debatte über das Verhältnis zwischen der Regierung und der Öffentlichkeit über die Themen Sicherheit und Privatsphäre" ausgelöst, heißt es wörtlich. Auch die Washington Post habe mit "zuverlässigen und aufschlussreichen Berichten" das öffentliche Verständnis der NSA-Überwachungsprogramme geschärft.

Edward Snowden sendet Glückwünsche

Einzelne für die ausgezeichneten Blätter tätigen Journalisten, wie etwa Glenn Greenwald und Laura Poitras, wurden in der Jurybegründung nicht einzeln erwähnt. "Guardian"-Reporterin Laura Poitras zeigte sich begeistert über die Ehrung. "Ich denke, dass sind großartige Neuigkeiten. Es ist eine Würdigung von Snowdens Mut, eine Rehabilitation seiner Courage und seines Strebens, die Öffentlichkeit über das Tun der Regierung zu informieren." Der bei der "Washington Post" tätige Barton Gellman sagte, er sei besonders stolz auf die Auszeichnung in der Kategorie Public Service. Dies sei eine Bestätigung für seine Arbeit. Die Bevölkerung habe ein Recht darauf, den Geheimdiensten Grenzen aufzuzeigen.

Edward Snowden beglückwünschte die Reporter. Sie hätten trotz Einschüchterungen und einer unangemessenen Anwendung der Terrorismusgesetze mutig weitergearbeitet, hieß es in einer von der Stiftung für Pressefreiheit verbreiteten Erklärung.

Donna Tartts "Der Distelfink" ausgezeichnet

Auch Schriftsteller wurden in New York ausgezeichnet. Donna Tartt bekam den Hauptpreis in der Kategorie Literatur für ihren Roman Der Distelfink. Er schildert den Kampf eines Jungen, nachdem seine Mutter bei einem Bombenanschlag ums Leben kam. Dabei kommt der 13-Jährige einem Geheimnis auf die Spur. Nach Ansicht der Jury ist der Roman "wunderschön geschrieben" und die Charaktere sind "ausgezeichnet entworfen". 

Bestes historisches Werk war für die Jury The Internal Enemy: Slavery and War in Virginia, 1772-1832 von Alan Taylor über Sklaverei im Bundesstaat Virginia, der Heimat von George Washington und Thomas Jefferson. Die beste Biografie habe Megan Marshall mit Margaret Fuller: A New American Life über die Schriftstellerin geschrieben. Mit dem Preis für Poesie wurde der in Indien geborene Vijay Seshadri für 3 Sections geehrt, der für Musik ging an John Luther Adams für sein Orchesterwerk Become Ocean

Alle diesjährigen Preisträger und die nominierten Finalisten finden sich auf der Website der Pulitzer-Stiftung. Die zum 98. Mal vergebenen Preise gelten als wichtigste Medien- und Kulturauszeichnungen der USA und werden insgesamt in 21 Kategorien verliehen: 14 für journalistische und sieben für künstlerische Arbeiten, darunter Literatur, Drama und Musik. Das Preisgeld beträgt jeweils 10.000 Dollar. Der Gewinner des Hauptpreises Dienst an der Öffentlichkeit, der traditionell an Zeitungen und nicht an Einzelpersonen verliehen wird, bekommt eine Goldmedaille.