Keinen Platz haben im modernen Mindstyle-Magazin dagegen Disharmonie (optisch wie mental), Plastik, Technik, Klatsch und sonstige Düsterkeiten der menschlichen Seele. Es geht um Inspiration, nicht um Information. Und das Auge isst mit.         

Es läuft ganz gut mit dem Müßiggang im Business. Vielleicht, weil sich im romantisierten Abschlag der Wirklichkeit das "Wesentliche" so problemlos umsetzen lässt. Mit knapp 100.000 Exemplaren erscheint Flow seit November 2013 sechsmal jährlich im Gruner+Jahr-Verlag. Im Mai 2014 legte der Emotion-Verlag mit Slow (60.000 Verkaufsexemplare) nach.

Wohin dieser Trend wohl führt? Wenn auf immer nachhaltigerem Papier immer hippere Aussteiger immer mehr Lesern und Leserinnen die Regeln für ein besseres Leben nahelegen, wird die Schere zwischen Mindstylern und Nicht-Mindstylern unaufhaltsam auseinanderklaffen.

Ökoschweine und Spitzenmanager, Naturfreunde ohne Label und Tageszeitungs-Pessimisten werden gestresst sein vom neuen Entschleunigungsdruck. Sie werden merken, dass es nicht nur ums Entspannen geht, sondern darum, es stylisch, sinnvoll und stilvoll zu tun. Und dann hektisch ein neues Karriere-Magazin kaufen.