Die Karikaturistin Marie Marcks ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 92 Jahren. Marcks galt als bekannteste deutsche Karikaturistin. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin arbeitete unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT und für Titanic. Marcks befasste sich mit zahlreichen gesellschaftlichen und politischen Themen wie Frau und Familie, Umwelt, Rüstung, Atomkraft oder Wissenschaft. 

Marie Marcks wurde 1922 in Berlin geboren. Sie wuchs in einer künstlerischen Familie auf – ihre Mutter leitete eine Kunstschule, ihr Vater war Architekt, ihr Onkel war der Bildhauer Gerhard Marcks. Nach einer Ausbildung an der Kunstschule der Mutter studierte Marcks während des Zweiten Weltkriegs einige Semester Architektur, nach dem Krieg arbeitete sie zunächst als Grafikerin. In den 1960er Jahren begann sie, als politische Karikaturistin für Zeitungen und Zeitschriften zu arbeiten.

Marcks, die in Heidelberg lebte, arbeitete auch als Buch- und Kinderbuch-Illustratorin. Außerdem wirkte sie bei der Produktion von Kurz- und Trickfilmen mit. Die Mutter von fünf Kindern setzte sich früh für die Rechte von Frauen ein und gilt als eine Wegbereiterin der Frauenbewegung.

Zu Lebzeiten hatte Marie Marcks zugestimmt, dass ihre Sammlung von 2.000 Zeichnungen an das Wilhelm-Busch-Museum in Hannover geht, um ihr Werk geschlossen zu erhalten.