Ein Brand hat eine der berühmtesten Touristenattraktionen Moskaus heimgesucht. Die Flammen seien am Sonntagabend auf einem Holzgerüst rund um dem mehr als 70 Meter hohen Glockenturm des Neujungfrauenklosters ausgebrochen, sagte der Vizechef der Moskauer Notfallbehörde, Alexander Gawrilow, laut Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Gegen Mitternacht sei das Feuer unter Kontrolle gebracht worden. 

Mehr als 110 Feuerwehrleute waren den Behörden zufolge im Einsatz gewesen, um den Brand zu löschen. Hinweise auf Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. Auch die Ursache für den Brand war unklar. Erst Ende Januar waren beim Großbrand einer Bibliothek der russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau viele wertvolle Dokumente beschädigt oder zerstört worden. Vor wenigen Tagen starben beim Brand eines Einkaufszentrums in der russischen Stadt Kasan mindestens 17 Menschen.

Der mit einem Zwiebeldach ausgestattete Turm des Neujungfrauenklosters, an dem derzeit Restaurationsarbeiten durchgeführt werden, wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Im Jahr 2004 ist das Kloster von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt worden. Berühmt sind etwa die dortige Kathedrale der Gottesmutter von Smolensk und die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale.

Besonders bekannt ist der Friedhof des Klosters. Dort sind zahlreiche Berühmtheiten begraben, darunter der Schriftsteller Anton Tschechow, der frühere sowjetische Anführer Nikita Chruschtschow und der erste russische Präsident Boris Jelzin. Nach Einschätzung von Experten gebe es die Hoffnung, dass es durch den Brand nur geringe Schäden gebe, sagte Vizekulturminister Grigori Pirumow. Es sehe so aus, als seien vor allem Baugerüste von dem Feuer betroffen gewesen.