Jeanine Meerapfel ist neue Präsidentin der Berliner Akademie der Künste. Die Mitgliederversammlung wählte die 71-jährige Filmemacherin zur Nachfolgerin des langjährigen Präsidenten Klaus Staeck (77). Meerapfel ist die erste Frau an der Spitze der 1696 gegründeten Akademie. Neue Vizepräsidentin ist die Schriftstellerin Kathrin Röggla (43).

Der Plakatkünstler Staeck und seine Stellvertreterin Nele Hertling (81) durften laut Satzung nach drei Amtszeiten nicht erneut antreten. Die neue Präsidentin Meerapfel gehört seit 1998 der renommierten Künstlergemeinschaft an, seit drei Jahren war sie stellvertretende Direktorin im Bereich Film- und Medienkunst. Bekannt wurde sie mit Filmen wie Malou, Annas Sommer und Der Deutsche Freund.

Die Akademie hat die Aufgabe, die Künste zu fördern und die Politik in kulturpolitischen Fragen zu beraten. Nach dem spektakulären Rücktritt des früheren Präsidenten Adolf Muschg hatte Staeck der Institution seit 2006 wieder Profil verliehen.

Bei der Mitgliederversammlung sollten am Samstag auch die anderen zwölf Posten im führenden Senat neu besetzt werden. Für den Abend ist eine Gedenkfeier für den verstorbenen Schriftsteller Günter Grass geplant, der von 1983 bis 1986 an der Spitze der Akademie stand.  

Die Berliner Akademie der Künste ist eine mehr als 300 Jahre alte Institution. Sie geht zurück auf die 1696 vom späteren Preußen-König Friedrich I. ins Leben gerufene Academie der Mahler-, Bildhauer- und Architectur-Kunst.

Derzeit hat die Künstlergemeinschaft 404 Mitglieder, darunter Ai Weiwei, Bob Dylan und Bruce Nauman, Dominik Graf, Tom Tykwer und Wim Wenders. Die Mitglieder werden nach Vorschlägen aus den Fachbereichen auf Lebenszeit gewählt. Das Durchschnittsalter ist damit relativ hoch. Nur 22 Prozent der Mitglieder sind Frauen.

Das entscheidende Gremium ist der 14-köpfige Senat. Ihm gehören Präsident/in und Vizepräsident/in sowie die Direktorinnen und Direktoren der sechs Sektionen – Bildende Kunst, Baukunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst, Film- und Medienkunst – an.