Der langjährige Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach ist mit 59 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. Das teilte seine Familie in Berlin mit. Der Hamburger Medienunternehmer, ein Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, hatte sich als Miteigentümer des Suhrkamp-Verlags jahrelang einen erbitterten Rechtsstreit mit Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz geliefert. Im Jahr 2013 hatte er den Machtkampf verloren. Das traditionsreiche Haus wurde deshalb im Januar 2014 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 

Hans Barlach wurde 1955 in Ratzeburg geboren. Er verwaltete – nach einer Ausbildung zum chemotechnischen Assistenten – zunächst den Nachlass seines Großvaters Ernst Barlach. Von 1982 an betrieb er in Hamburg seine erste Galerie.

2006 war er gegen den erklärten Willen von Unseld-Berkéwicz in den Verlag eingestiegen – er übernahm die Anteile eines früheren stillen Teilhabers aus der Schweiz. Die Verlagschefin, Witwe des einstigen Firmenpatriarchen Siegfried Unseld, sprach von einer "feindlichen Übernahme". Sie ließ umgehend die Rechtmäßigkeit der Beteiligung prüfen. Barlach warf Unseld-Berkéwicz im Gegenzug Unfähigkeit vor – ein jahrelanger Rechtsstreit durch alle Instanzen folgte.

Erst Ende des vergangenen Jahres beendete das Bundesverfassungsgericht den Streit: Die obersten Richter erlaubten die von Unseld-Berkéwicz angestrebte Umwandlung des Traditionshauses in eine Aktiengesellschaft. Mit diesem Erfolg, durch ein Insolvenzverfahren auf den Weg gebracht, wurde Barlach weitgehend entmachtet und verlor wichtige Mitspracherechte.