Rundfunk statt Print: Ines Pohl verlässt zum Jahresende die taz. Nach sechs Jahren als Chefredakteurin der Tageszeitung wechselt die Journalistin zur Deutschen Welle (DW). Ab dem kommenden Jahr wird sie für den öffentlich-rechtlichen Auslandsrundfunksender als Korrespondentin aus Washington berichten. "Ihr Wechsel zur DW ist ein echter Zugewinn und wird unsere USA-Berichterstattung gerade im kommenden Wahlkampf stärken", sagte Programmdirektorin Gerda Meuer laut DW-Mitteilung.

Pohl stand seit 2009 an der Spitze der taz. Seit einem guten Jahr verantwortet sie die Tageszeitung gemeinsam mit Co-Chefredakteur Andreas Rüttenauer. Ob Rüttenauer seine Position behalten wird, ist noch nicht bekannt.

"Nach sechs Jahren als taz-Chefin wird es Zeit für etwas Neues und ich freue mich sehr, wieder als Korrespondentin zu arbeiten", sagte Pohl zu ihrem Abschied laut Mitteilung. "Natürlich" gebe es keine andere Zeitung in Deutschland, für die sie lieber arbeiten würde, als für die taz. Das Reizvolle an der Tätigkeit für die DW sei, "Journalismus in seiner ganzen digitalen und interaktiven Bandbreite" machen zu können. Die taz verabschiedete Pohl über Twitter mit einem Dank.

Bevor sie zur taz kam, arbeitete Pohl als politische Korrespondentin für die Mediengruppe Ippen. Zuvor leitete sie das Politikressort der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen. Den Weg in den Journalismus fand sie nach dem Studium der Skandinavistik und Germanistik an der Universität Göttingen über die freie Mitarbeit bei Radio ffn und diversen Lokalzeitungen.