Jedenfalls wurde er mit den Aussagen der Bochumer Polizistin konfrontiert. Die Quellen kann man schon gar nicht mehr nachvollziehen, weil die Frau wirklich ständig irgendwo auftritt und vor dem angeblich aggressiven und respektlose Verhalten der Flüchtlinge und Migranten aus dem "muslimischen Milieu" mahnt und warnt. Die Anführungszeichen sind kein Zitat aus dem Compact Magazin, sondern dienen nur als Fußnote und Hinweis für den Leser dieser Kolumne. Denn die Religionszugehörigkeit wird bei Straftaten in Deutschland nicht erfasst, weshalb man nie erfahren wird, woher die Bochumer Polizistin immer genau weiß, welcher Glaubensrichtung ein Mensch angehört. Ob es sich bei dem aggressiven Verhalten um Einzelfälle handelt, will das Magazin von Wendt wissen.

Seine Antwort: Das ist kein Flüchtlingsthema, sondern hier geht es um die Machokultur junger Muslime, denen diese Kultur angezogen wurde, die sie aus der Heimat mitgebracht haben. Eine Kultur, die ihnen sagt, du bist hier der Obermacker in dieser Familie. Frauen sind weniger wert. Frauen muss man weder beachten noch respektieren. Das gehört fast zu den genetischen Grundbausteinen dieser Kultur. 

Man würde zu gerne einmal einen einzigen Vertreter dieser muslimischen Erziehungsmethode kennenlernen. Nur einmal! Eine einzige Mutter, einen einzigen Vater, die gerade von der Flucht in Deutschland angekommen, mit letzter Kraft  ihren Söhnen beibringen, Frauen weder zu beachten noch zu respektieren. Es täte auch ein einfacher, muslimischer Gastarbeiter aus der ersten Generation, der uns teilhaben lässt an dieser Form der Pädagogik. Wenn es so sehr zur Genetik dieser Kultur gehört, müsste es doch kein Problem sein, jemanden zu finden, der das freimütig äußert.

Man würde zu gerne wissen, wie die Heimaten genau heißen, aus denen diese Kultur stammt. Wie nennen sich diese Länder? Und betrifft diese Erziehung nur Muslime? Was, wenn in dem Land Christen und Muslime leben? Gilt das dann wirklich immer nur für die Muslime? Wie funktioniert das im Libanon, im Jemen, in Israel, im Irak, im Iran und so? Gibt es Unterschiede zwischen Schiiten und Sunniten? Verhalten sich alevitische, jesidische, jüdische und christliche Türken gegenüber ihren Frauen anders als sunnitische Türken? Und was ist mit dem wachsenden Teil jener, sagen wir, türkischen Bürger, die völlig atheistisch leben? Bringen die ihren Söhnen dann bei, dass sie nicht der Obermacker sind? Doch am dringendsten wünscht man sich eine Antwort darauf, warum das Frauenverachten als DNA eines Muslims nur fast zur Kultur gehört und nicht völlig? Wozu die Einschränkung? Und wie genau verhält sich eigentlich die Genetik zur Kultur? Darf man zur Quellenforschung auch Bücher aus jenem Teil der Bibliothek lesen, die, sagen wir, wäre die Bibliothek eine Scheibe, ...

Was also tun in einem Land, in dem jeder, der die Migranten-aus-dem-muslimischen-Kulturkreis-sind-dies-oder-das-These vertritt, prima Karriere machen kann? Die Moslem-Problematisier-Maschine läuft und läuft und läuft. So weit so banal.

Schweigen? Oder den hundertsten Artikel schreiben und versuchen dagegenzuhalten? Versuchen klarzumachen, dass jeder Satz, der mit "Die Muslime" oder "Die Juden" oder "Die Deutschen" anfängt, falsch enden wird, egal wie er enden wird? Oder klein beigeben und akzeptieren, dass das Warnen vor Muslimen mittlerweile zur Genetik deutscher Diskussionskultur gehört?