Als erster US-Amerikaner hat Paul Beatty den renommierten Man Booker Prize für englischsprachige Literatur erhalten. Der 54-Jährige wurde für sein Werk The Sellout geehrt, eine beißende Satire über ethnische Identität und die Klassengesellschaft in den USA. Beatty lebt und arbeitet in New York.

Beattys provokatives Buch sei eine Satire, die auf einer Stufe mit den Klassikern stehe und so aktuell wie die Abendnachrichten sei, teilten die Juroren in ihrer Begründung mit. Es handele sich um "einen Roman unserer Zeit". Das Buch spielt in einer fiktiven Vorstadt von Los Angeles. Ein Schwarzer steht vor Gericht, weil er die Sklaverei und die Trennung von Schwarzen und Weißen an Schulen wiedereinführen will.

Beatty selbst räumte in seiner Dankesrede ein, dass es sich um harten Erzählstoff handele – sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben. "Ich will nicht total dramatisch werden, als ob das Schreiben mein Leben gerettet hätte", sagte der 54-Jährige. "Aber das Schreiben hat mir ein Leben gegeben."

Der mit 50.000 Pfund (rund 56.000 Euro) dotierte Preis wurde Beatty von Prinz Charles' Frau Camilla überreicht. Die Gala fand in der Londoner Guildhall statt. Die fünfköpfige Jury hatte am Dienstag in einer vierstündigen Sitzung den Gewinner aus sechs Finalisten bestimmt, die zuvor aus insgesamt 155 Bewerbern ausgewählt worden waren.

Der Man Booker Prize wird seit 1969 an Romanautoren verliehen, die auf Englisch schreiben und deren Werk in Großbritannien erschienen ist. Seit 2014 können Schriftsteller aus der ganzen Welt die Auszeichnung bekommen. Zuvor war der Preis Autoren aus dem Königreich, dem Staatenbund Commonwealth und Irland vorbehalten gewesen. Im vergangenen Jahr wurde der jamaikanische Autor Marlon James für sein Werk Brief History of Seven Killings ausgezeichnet.