In den vergangenen Wochen hat das rechtspopulistische Medium Breitbart verstärkt Aufmerksamkeit genossen, weil es sich in den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf einmischte. Vor allem tat es sich mit Angriffen auf Hillary Clinton hervor, zu denen auch ein Film mit dem Namen Clinton Cash gehörte – er sollte angeblich schmutzige Geschäfte der Demokratin aufdecken. Chefredakteur Stephen Bannon wechselte im August als Vorsitzender in Trumps Wahlkampfteam, was Breitbart zusätzlich Auftrieb gab.

Mit dem Sieg Trumps will das Medium nun in den USA expandieren, außerdem soll es bald Niederlassungen in Europa geben, wie Chefredakteur Alexander Marlow der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Bereits im August hatte die US-Nachrichtenseite Politico von den Plänen berichtet, die nun konkret sind. Marlow sprach von Standorten in Deutschland und Frankreich.  

Redakteur Milo Yiannopoulos habe sich bereits mit Produzenten getroffen, um eine neue TV-Show zu planen. Der Journalist war wegen seiner Bemerkungen über Muslime, Aktivisten von Black Lives Matter und Feministen scharf kritisiert worden. Zudem wurde Yiannopoulos von Twitter gelöscht, nachdem er Schauspielerin Leslie Jones rassistisch und sexistisch beleidigt hatte.

Breitbart, das bereits eine Website in Großbritannien betreibt, führt nach Angaben seines Chefredakteurs bereits Gespräche mit deutschen und französischen Journalisten. Ziel sei es, gewählte rechtspopulistische Politiker in Frankreich und Deutschland zu unterstützen. In Großbritannien war Breitbart damit offenbar erfolgreich: Je populärer dort der Brexit wurde, desto mehr Menschen besuchten die Website. Den Höhepunkt erlebte Breitbart London am 23. Juni 2016, dem Tag des Referendums.

Von Deutschland und Frankreich, wo die Spannungen um das Thema Flüchtlinge und Einwanderung omnipräsent sind und die Unterstützung für nationalistische und rechtspopulistische Parteien wächst, erhoffen sich die Breitbart-Macher viele neue Leser.