Alan Rickman beim Filmfstival in Toronto 2014 © Mark Blinch/Reuters

14. Januar: Alan Rickman

Seine Stimme oszillierte stets zwischen Verführung und Boshaftigkeit. Deswegen brillierte Alan Rickman auf der Bühne als skrupelloser Verführer Vicomte de Valmont in Gefährliche Liebschaften und erschreckte in den Harry-Potter-Filmen die Zauberschüler von Hogwarts. Es war dieses tiefe, leicht angeraute Timbre, mit einem Hauch britischer Herablassung, an dem man den Shakespeare-Darsteller erkannte. Bösewichte werden ohne die Kunst des britischen Schauspielers in Zukunft etwas weniger schillern.

Dabei konnte Alan Rickman auch ganz anders: nett, zugewandt, verletzlich. So wie in Snow Cake. Dort ließ er sich als entlassener Strafgefangener auf eine Freundschaft zu einer Autistin ein.Alan Rickman starb im Alter von 69 in London. Lesen Sie hier unseren Nachruf


David Bowie 1978 während eines Konzerts in London © Evening Standard/Getty Images

10. Januar: David Bowie

Ein Beben erschütterte den Globus, als David Bowie am 10. Januar die Welt verließ. Erst zwei Tage zuvor hatte er seinen 69. Geburtstag gefeiert, hatte sich und der Menschheit sein Album Blackstar geschenkt – das junge Jahr stand im Sternzeichen des Popmessias. Man hätte die Zeichen entziffern können: Blackstar nahm den Abschied des krebskranken Musikers voraus.

Aber David Bowie war weit mehr als bloß Musiker, er veränderte nicht nur den Pop, sondern mit seinem Konzept von Pop auch die Gesellschaft. Als Subjekt der Postmoderne stellte er Moralvorstellungen und Geschlechterverhältnisse infrage und war doch selbst kaum greifbar in seinem schillernden Kunstfigurenkabinett. Farewell Ziggy Stardust, Thin White Duke, Major Tom! Lesen Sie auf unserer Themenseite u. a. Nachrufe von Benjamin Lebert, Peter Kümmel, Diedrich Diederichsen und Jan Freitag

5. Januar: Pierre Boulez

"Sprengt die Opernhäuser in die Luft!" Zeit seines Lebens stellte Pierre Boulez die bürgerliche Klassik mit ihren traditionellen Formen infrage. 1925 in Montbrison geboren, avancierte er in den fünfziger Jahren zu einem der wichtigsten französischen Vertreter der Neuen Musik.

Als Dirigent schrieb er 1976 Musikgeschichte, als er gemeinsam mit dem Regisseur Patrice Chéreau Wagners Ring des Nibelungen in Bayreuth aufführte. Beide widersetzten sich den Protesten von Wagner-Puristen und dem Orchester und wurden schließlich gefeiert für ihren Jahrhundert-Ring. Boulez starb mit 90 Jahren in seiner Wahlheimat Baden-Baden. Lesen Sie hier unseren Nachruf

5. Januar: Paul Bley

Paul Bleys Schaffen war nahezu unermesslich, so viele Alben, so viele Konzerte, schon die schiere Menge ist beeindruckend. Als hochbegabter, junger Jazzpianist erlebte der Kanadier die fünfziger Jahre mit Legenden wie Coleman Hawkins, Charlie Parker oder Chet Baker. Aber erst der Kontakt mit den Paten des Free Jazz', Ornette Coleman und Albert Ayler, eröffnete ihm Perspektiven, in deren Fluchtpunkt er seinen eigenen Stil fand: frei und offen, aber introvertiert und leise.

Er wurde zu einem der bedeutendsten Avantgarde-Pianisten des 20. Jahrhunderts. Der große Jazzkritiker der ZEIT, Konrad Heidkamp, beschrieb ihn 2006 als "Klassiker der Moderne": "Er bleibt der gedankliche Einsiedler, der es ablehnt zu üben, nur spielt, wenn er Konzerte gibt oder Schallplatten aufnimmt, kaum Musik hört und alterssteife Finger für einen Vorteil hält." Paul Bley starb mit 83 Jahren im Kreise seiner Familie in Florida.



4. Januar: Achim Mentzel

"Fastehste?" Der Stimmungssänger und Fernsehmoderator Achim Mentzel war einer der bekanntesten ostdeutschen Komiker. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schlagersendung Achims Hitparade im MDR. Mentzel war es nie peinlich, in Autohäusern zu singen, und er löste in Möbelhäusern und in Shoppingcentern Ekstasen aus. Als der Komiker Oliver Kalkofe ihn in den 1990er Jahren als "singende Spreewaldgurke" verunglimpfte, nahm Mentzel auch das mit Humor – mit dem Erfolg, dass er auch im Westen bekannt wurde. Mit 69 Jahren starb der Entertainer in Cottbus. Lesen Sie hier unseren Nachruf

Diese rückwärts chronologische Liste erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.