Manfred Krug © Ulli Winkler/Ullstein Bild

21. Oktober: Manfred Krug

Manfred Krug hatte in seinem Leben mindestens zwei Karrieren. Als junger Mann war er einer der populärsten Schauspieler der DDR und ein gefeierter Jazzinterpret. Doch auch er blieb von staatlicher Zensur nicht verschont: Sein heute berühmtester Film, Frank Beyers Spur der Steine, wurde 1965 von der SED verboten. 1976, beendete Krug diese erste Karriere, indem er die Protestnote gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnete. Er wurde kalt gestellt, bekam keine Rollen mehr und wanderte 1977 mit seiner Familie aus.

Die Rolle des Fernfahrers Franz Meersdonk in der ARD-Vorabendserie Auf Achse (1977-1992) machte ihn auch in Westdeutschland berühmt. Später wurden Krug und sein Kollege Charles Brauer die "Swinging Cops" des Tatort. Krugs Paraderolle aber bleibt die des unkonventionellen Anwalts in Liebling Kreuzberg, die ihm sein bester Freund Jurek Becker auf den Leib geschrieben hatte und die er von 1986 bis 1998 spielte. 2014 wurde er am Herzen operiert. Jazz sang er dennoch weiter und ging sogar noch auf Tour. Mit 79 Jahren starb Manfred Krug in Berlin. Lesen Sie hier unsere Themenseite u.a. mit Nachrufen von Armin Mueller-Stahl, Regine Sylvester und Christoph Dieckmann



Thailands König Bhumibol Adulyade bei einer Feier zu seinem 83. Geburtstag im Jahr 2010 © Pornchai Kittiwongsakul/AFP/Getty Images

13. Oktober: König Bhumibol Adulyadej

Wer jemals in Thailand war, kennt Bhumibols Konterfei: Ein Bild von Thailands König hängt dort in nahezu jedem Ladengeschäft und Restaurant. Das Volk verehrte ihn zutiefst. Bereits im Jahr 1950 war Bhumibol König geworden. Seitdem vermochte er eine Autorität aufzubauen, die es ihm ermöglichte, politisch zerstrittene Fraktionen im Staat zu befrieden.

Kritiker warfen ihm vor, dabei zu große Nähe zum mächtigen und wiederholt putschenden Militär gepflegt zu haben. In den fünfziger und sechziger Jahren gehörten Bhumibol und seine Frau Sirikit zu den Glamour-Paaren in der westlichen Boulevardpresse. Mit dem Alter wurde es ruhiger um sie. Thailands König starb im Alter von 88 Jahren. Lesen Sie hier unseren Nachruf

Dario Fo 2009 während des Karnevals in Venedig © Alessandro Bianchi/Reuters

13. Oktober: Dario Fo

Wenn Gelächter ein Laut der Vernunft ist, war Dario Fo einer der vernünftigsten. Seine Stücke, seine Travestien und Possen verspotteten Hoheiten und Exzellenzen. Der italienische Satiriker und Theaterautor ließ seine Stücke mit Vorliebe an ungewöhnlichen Orten aufführen: Die Fußgängerzone oder das Mailänder Piccolo-Theater waren ihm lieber als die große Stadttheaterbühne.

Als dieser volksnahe Autor, der immer wieder mit Auftrittsverboten belegt wurde, für sein Schaffen 1987 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, war das eine kleine Sensation. Bis zuletzt erhob Fo seine Stimme im politischen Kampf Italiens, gegen Berlusconis Meinungsmonopol genauso wie gegen dessen mafiöse Verstrickungen. Im Alter von 90 Jahren starb er in Mailand. Lesen Sie hier unseren Nachruf

Andrzej Wajda 2013 bei den Filmfestspielen in Venedig © Gareth Cattermole/Getty Images

9. Oktober: Andrzej Wajda

In Polen kennt jeder Andrzej Wajda als den Regisseur, der in seiner Danziger Trilogie einen desillusionierten Blick auf den polnischen Kommunismus warf; der den Kampf der Heimatarmee im Zweiten Weltkrieg gegen die Nazis zeigte; der die Entstehung der Gewerkschaft Solidarność festhielt – Wajda erklärte den Polen ihr eigenes Land, das sie manchmal selbst nicht mehr verstanden. 

Dafür und für die leidenschaftliche Art und Weise, in der er dies tat, erhielt er auch im Ausland viel Anerkennung: Er bekam 1981 in Cannes die Goldene Palme für Der Mann aus Eisen, 2000 erhielt er den Oscar für sein Lebenswerk. Sein jüngster Film Powidoki (Nachbilder), der von dem Künstler Władysław Strzemiński in der Nachkriegszeit handelt, ist in diesem Jahr Polens Kandidat für den Oscar. Lesen Sie hier unseren Nachruf