Der Bildhauer Fritz Koenig ist tot. Er starb am Mittwochabend im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in Ganslberg bei Landshut. Der Würzburger galt als einer der bedeutendsten Bildhauer der Nachkriegszeit.

Berühmt wurde Koenig durch die Skulptur The Sphere, die vor dem World Trade Center stand und die Terroranschläge vom 11. September 2001 beschädigt überstand. Nach den Anschlägen wurde das Kunstwerk unweit des Anschlagsortes im Battery Park aufgestellt. "Es war mal eine Skulptur, nun ist es ein Denkmal", sagte Koenig damals.

Außerdem schuf Koenig einen Granit-Klagebalken für die Opfer des Attentats bei der Olympiade 1972. Die Skulptur steht auf dem Olympiagelände in München. Auch das Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland im NS-Konzentrationslager Mauthausen wurde von ihm gestaltet. Koenigs Kunst findet sich ebenfalls im Park von Schloss Bellevue in Berlin und vor der deutschen Botschaft in Madrid.

"Die Bildhauerei maßgeblich geprägt"

Bayern Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) würdigte Koenig als "wahrhaft großen Künstler, der mit seinen Werken weltweit in Erinnerung bleiben wird". Der Bildhauer habe "von Berlin über Madrid bis New York die Bildhauerei maßgeblich geprägt" und viele Menschen mit seinen Werken inspiriert.

Die Leiterin des Landshuter Skulpturenmuseums, Stefanje Weinmayr, sagte, Koenig habe an dem Ort zu sterben wollen, an dem alle seine großen Werke entstanden seien. Sein Lebensziel sei es gewesen, ein langes, reiches und erfülltes Leben zu haben. "Das ist ihm gelungen."

Koenig lebte seit 1930 in Landshut. Nach seinem Fronteinsatz als Soldat im Zweiten Weltkrieg studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Anton Hiller. Es folgten internationale Erfolge wie die Teilnahme an der 29. Biennale in Venedig 1958 und 1959 an der Documenta II in Kassel. Im selben Jahr zeigte die Galerie Günther Franke in München die erste Einzelausstellung von Koenig. Die erste Ausstellung seiner Arbeiten in den USA fand 1961 in der Galerie Staempfli in New York statt.

Neben seiner künstlerischen Karriere wirkte Koenig auch als Hochschullehrer, ab 1964 lehrte er als Professor für Plastisches Gestalten in München. In seinen Arbeiten ging es dem Künstler um das "elementare Dasein" von Mensch und Tier im Spannungsfeld zwischen Religiosität und Mythologie. Für sein Werk erhielt Koenig hohe Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.

Die Skulptur "The Sphere" steht im Battery Park in New York. © Mario Tama/Getty Images