Der britische Man-Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den US-Schriftsteller George Saunders. Der 58-jährige Texaner erhielt den renommiertesten Preis für englischsprachige Literatur für seinen ersten Roman Lincoln in the Bardo, in dem der Tod von Abraham Lincolns elfjährigem Sohn Willie thematisiert wird.

Bei der Preisverleihung in London würdigte die Jurypräsidentin Lola Young das Buch als "in Form und Stil äußerst originellen Roman, der eine geistreiche, intelligente und zutiefst bewegende Erzählung zutage fördert". Lincoln in the Bardo ist eine aus Hunderten Berichten zusammengestellte Chronik des Todes von Lincolns Sohn.

Der Man Booker Prize ist der wichtigste britische Literaturpreis. Er ist mit 50.000 Britischen Pfund (56.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen. Die Trophäe wurde von Herzogin Camilla, der Gattin von Prinz Charles überreicht.

Saunders, der sich gegen zwei Landsleute und drei britische Autoren durchsetzte, gewann die Auszeichnung gleich mit seinem ersten Roman. Der vielseitige Autor schrieb bislang vor allem Kurzgeschichten, Essays, Kinderbücher und Zeitschriftenartikel. Außerdem unterrichtet er an der Universität von Syracuse im US-Bundesstaat New York.

Es ist erst das zweite Mal, dass der Man-Booker-Preis an einen Schriftsteller aus den USA geht. Die 1969 ins Leben gerufene Auszeichnung war ursprünglich nur für Autoren aus den Commonwealth-Staaten bestimmt und öffnete sich erst 2014 für andere englischsprachige Länder. Im vergangenen Jahr hatte Paul Beatty für seinen Roman The Sellout als erster US-Autor den Man-Booker-Preis gewonnen.