Die Einnahme durch die Rundfunkgebühren betrug 2016 rund 7,98 Milliarden Euro. Laut Bundesfinanzamt ist das ein europäischer Spitzenwert. Zusammen mit den Einnahmen aus Werbung, Sponsoring und Lizenzverkauf ergibt das eins der größten öffentlich-rechtlichen Budgets der Welt. Zum Vergleich: Die britische BBC kommt bei der Haushaltsabgabe mit nur etwas mehr als der Hälfte aus – umgerechnet 4,2 Milliarden Euro, und das werbefrei. Schaut man sich die Pro-Kopf-Ausgaben an, liegt Deutschland beim Rundfunkbeitrag allerdings im europäischen Mittelfeld – Schweizer und Österreicher zahlen deutlich mehr für SRF und ORF. Während die Deutschen pro Jahr derzeit 210 Euro bezahlen, sind es in der Schweiz umgerechnet 417,55 Euro, in Österreich 298,56 Euro.

Zudem ist das hiesige duale System in seiner Vielfalt einzigartig. Die Rundfunkbeiträge fließen nicht nur an die ARD und ihre neun Landesrundfunkanstalten, das ZDF und Deutschlandradio, sondern auch an die Spartenkanäle Phoenix, Kinderkanal, ZDFneo, ZDFinfo, das Junge Angebot funk sowie die grenzüberschreitenden Gemeinschaftssender Arte und 3sat.

Um bestimmen zu können, wo genau die Öffentlich-Rechtlichen noch sparen können, muss man sich ansehen, wofür sie am meisten Geld ausgeben. Der größte Kostenblock für alle Anstalten ist laut der KEF-Systematik der "Programmaufwand". Er beträgt rund 40 Prozent an den Gesamtausgaben. Die Behörde erkannte in ihrem 20. Bericht 4,16 Milliarden Euro jährlich an (Die Summe ergibt sich aus der im KEF-Bericht angegebenen Zahl von 16.653,6 Millionen Euro für die Jahre 2017–2020 geteilt durch 4), darunter fallen Ankäufe extern produzierter Filme und Serien, Sport- und Lizenzrechte sowie die Vergütungen für freie Regisseure und Urheber.

Mehr als 500 Millionen jährlich für Renten

Der zweitgrößte Posten ist der Personalaufwand, also die Kosten für alle fest angestellten Mitarbeiter. Er wurde zuletzt mit 2,19 Milliarden Euro veranschlagt. Darunter fallen auch die hohen Ausgaben für die Altersversorgung, die die öffentlich-rechtlichen Sender mit jährlich netto 529,5 Millionen Euro belasten, sowie der Verwaltungsstab, der laut ARD zuletzt bei einem Kostenanteil von 3,7 Prozent lag.

Unter den "Sachaufwand" mit 1,39 Milliarden fielen Technik, Betriebskosten – und noch mehr Personal: freie Mitarbeiter, die nicht für externe Produktionen, sondern direkt für die Sender tätig sind. Die Programmverbreitung – über terrestrische Sender, Satelliten, Kabel und Internet – kostete etwa 280 Millionen jährlich. Investitionen schlugen nochmals mit 632 Millionen zu Buche. In diesem letzten Posten verbergen sich auch die Kosten für die Instandhaltung. Für ihre zahlreichen Gebäude müssen die Sender jährlich rund 180 Millionen Euro aufbringen.

Sparen bei den Personalkosten

Im Entwurf zum neuen, 21. KEF-Bericht ist schon ersichtlich, wie die Kommission bei den Personalkosten künftig sparen will. Sie erschwert nämlich den Anstalten die Umwandlung von Stellen freier Mitarbeiter in dauerhafte Arbeitsverhältnisse. Von den Kosten, die die Sender dafür veranschlagen, will die KEF nur 80 Prozent erstatten. "Mit diesem Korrekturfaktor sollen die Nachteile der Verfestigung durch Aufwuchs bei den besetzten Stellen (…) begrenzt werden", heißt es in dem Papier. Das "Ziel dieser Weiterentwicklung" müsse "eine wirksame Begrenzung des durch Umschichtungen ausgelösten Zuwachses bei der Gesamtzahl der besetzten Stellen sein". Auf Nachfrage erklärte der KEF-Geschäftsführer Tim Schönborn, der Bericht sei noch in der Abstimmung. Grundsätzlich verfolge die KEF aber die Haltung, "einen starren Personalkörper, der auf Jahre Fixkosten verursacht", zu vermeiden und "so weit wie möglich Flexibilität zu erhalten".