In der Schweiz wird es weiterhin einen Rundfunkbeitrag geben: Bei der Volksabstimmung stimmten 71,6 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für einen Erhalt der Gebühren. Umfragen vor der Abstimmung hatten den Anteil der Befürworter bei gut 60 Prozent gesehen.

Die Volksabstimmung war von der Initiative No-Billag koordiniert worden. Billag heißt die Firma in der Schweiz, die dort – entsprechend dem deutschen Beitragsservice – die Gebühren für die öffentlich-rechtlichen Sender eintreibt. Betroffen sind auch 34 private Radio- und Fernsehsender, die Gebühren erhalten. Am Sonntag hatten die Schweizerinnen und Schweizer die Gelegenheit, über die Zukunft der Finanzierung ihrer öffentlich-rechtlichen Medien abzustimmen.

Vorangegangen war eine intensive Debatte über die Rolle der Schweizer Medien im Zeitalter des Internets, ähnlich wie sie in Deutschland geführt wird. Während jedoch in der direkten Demokratie der Schweiz jedes Jahr zahlreiche, teils brisante politische Entscheidungen per Volksabstimmung getroffen werden, lässt das deutsche Grundgesetz solche Entscheide auf Bundesebene nicht zu. 

Die No-Billag-Initiative will sich nach dem gescheiterten Volksentscheid nicht geschlagen geben. Sie erwägt mit einer weiteren Volksabstimmung gegen die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) vorzugehen. Die SRG hatte für den Fall, dass die Gebühren bleiben, umfangreiche Reformen angekündigt. Dass der Beitrag zum 1. Januar 2019 von 451 auf 365 Franken (umgerechnet etwa 316 Euro) gesenkt werden soll, hatte die Regierung bereits beschlossen.

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