Der WDR-Rundfunkrat hat in einer Sitzung eine Resolution zu den Vorwürfen sexueller Belästigung beschlossen. In der in Köln verabschiedeten Stellungnahme heißt es, dass das Aufsichtsgremium "aufmerksam und sehr betroffen interne und externe Hinweise auf Vorwürfe sexueller Übergriffe im WDR" verfolge. Der Rundfunkrat setze sich "für einen Ethik- und Verhaltenskodex und ein Meldeverfahren ein, das die personenbezogenen Daten Beteiligter" schütze und ermutige "zu einem offenen Umgang mit dem Thema (sexualisierter) Machtmissbrauch".

WDR-Intendant Tom Buhrow hatte in der Sitzung zuvor dargelegt, wie der Sender mit den Vorwürfen umgeht. Er wolle seinen Kurs fortsetzen, korrekt und konsequent Aufklärung zu schaffen, sagte Buhrow.

Der WDR hatte zuletzt zwei Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung freigestellt. Einer davon war der Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie, Gebhard Henke, der jegliches Fehlverhalten bestreitet.

Bereits Mitte April hatte die WDR-Geschäftsleitung ein Maßnahmenpaket für eine bessere Prävention gegen sexuelle Belästigung beschlossen. Zudem soll die frühere Gewerkschaftschefin und EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies prüfen, wie der WDR mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung umgegangen ist.

Buhrow hat sich bereits für Fehler beim WDR entschuldigt: "Es tut mir leid um jeden einzelnen Fall." Allerdings glaube er nicht, dass das Thema sexuelle Belästigung beim WDR ausgeblendet oder nicht ernst genommen worden wäre.