Vanessa Vu, Gesellschafts-Redakteurin bei ZEIT ONLINE, hat für ihren Text Meine Schrottcontainer­kindheit den Theodor-Wolff-Preis erhalten. In dem Artikel beschreibt Vu ihre eigene Erfahrung als Kind vietnamesischer Eltern in Deutschland.

Einen großen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie in einem Asylbewerberheim in Bayern – in der ständigen Angst, abgeschoben zu werden.

Ihr Beitrag wurde zusammen mit dem Text Karim, ich muss dich abschieben des taz-Redakteurs Hannes Koch ausgezeichnet. Koch schrieb über die Erfahrungen mit einem Flüchtling aus Syrien, den er bei sich aufgenommen hatte. Ausnahmsweise entschied sich die Jury in der diesjährigen Sonderkategorie Heimat und die Fremden zwei Preise zu vergeben. Wie die Jury schreibt, ermöglichen "die ausgezeichneten Beiträge den Perspektivwechsel von den 'authentisch und einfach lustig' geschilderten Erlebnissen eines Deutschen, der einen syrischen Flüchtling in seiner Familie aufnimmt, zu der anrührenden Beschreibung, wie ein Kind, Tochter von Emigranten, darum kämpft, in Deutschland zu Hause zu sein." 

Neben Vanessa Vu gewann auch ZEIT-Dossier-Redakteur Malte Henk einen Preis für sein Essay Alles Zufall?. Darin setzt er sich mit der Macht des Unberechenbaren auseinander. Henk beschreibe laut Jury "auf intellektuell hohem Niveau, verbunden mit originellen Gedanken, 'dass der Mensch in seinem Leben nach Strukturen sucht, obwohl alles Zufall ist'".

Günter Bannas wurde für sein Lebenswerk geehrt

Die weiteren Preise gingen an Anne Lena Mösken von der Berliner Zeitung und Lorenz Wagner vom Süddeutsche Zeitung Magazin. Mösken wurde in der Kategorie Lokales für ihren Text Als wäre nichts gewesen ausgezeichnet, in dem sie über eine Ersthelferin schrieb, die Verletzte beim Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 versorgt hatte, danach aber beim Verarbeiten der traumatischen Erlebnisse alleingelassen wurde. Wagner erhielt den Preis für seinen Text Nach ihrer Pfeife über die Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

Zudem wurde Günter Bannas, langjähriger Parlamentskorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit einem Preis für sein Lebenswerk geehrt.

Der Theodor-Wolff-Preis wird seit 1962 jährlich vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger verliehen und ist mit 6.000 Euro dotiert.