Die Schriftstellerin Terézia Mora wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2018 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland.

Mora bekomme die Auszeichnung "für ihre eminente Gegenwärtigkeit und lebendige Sprachkunst, die Alltagsidiom und Poesie, Drastik und Zartheit vereint", heißt es in der Begründung der Jury. "In ihren Romanen und Erzählungen widmet sich Terézia Mora Außenseitern und Heimatlosen, prekären Existenzen und Menschen auf der Suche und trifft damit schmerzlich den Nerv unserer Zeit." Schonungslos nehme sie die Verlorenheit von Großstadtnomaden in den Blick und lote die Abgründe innerer und äußerer Fremdheit aus. Dies geschehe suggestiv, kraftvoll, bildintensiv und spannungsgeladen.

Terézia Mora wurde 1971 in Ungarn geboren und wuchs zweisprachig auf. Seit 1990 lebt sie in Berlin. Für ihren Roman Das Ungeheuer erhielt sie 2013 den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien ihr Roman Die Liebe unter Aliens. Daneben wurde sie bereits mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Terézia Mora ist außerdem als Übersetzerin aus dem Ungarischen erfolgreich.

Mit dem Georg-Büchner-Preis werden Schriftsteller ausgezeichnet, die in deutscher Sprache schreiben. Sie sollen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben". Zu den Preisträgern zählen unter anderem Gottfried Benn (1951) und Heinrich Böll (1967). Im vergangenen Jahr ging der Preis an den Lyriker Jan Wagner.